Teststation für Brunnenwasser

Harald Gülzow im Labormobil beim Analysieren einer Brunnenwasserprobe. (Foto: VSR Gewässerschutz)
 
Diplom-Ingenieur Peter Brückner ist Mitarbeiter im VSR-Gewässerschutz als Rentner im Bundesfreiwilligendienst und analysiert ebenfalls Brunnenwasserproben im Labormobil. (Foto: VSR Gewässerschutz)

Verein VSR-Gewässerschutz öffnet Labormobil

Lehrte (r/gg). „Wichtig ist, dass kostbares Leitungswasser gespart wird und geklärt wird, ob das eigene Brunnenwasser ohne Gesundheitsgefahren zum Gießen von Gemüse oder zum Befüllen des Planschbeckens geeignet ist“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im Verein VSR-Gewässerschutz. Die gemeinnützige Organisation VSR-Gewässerschutz bietet am Mittwoch, 15. Juli, auf der Burgdorfer Straße vor der Sparkasse eine Untersuchung des eigenen Brunnenwassers an. Wasserproben können von 9 bis 11 Uhr am Labormobil abgegeben werden. Diplomingenieur Peter Brückner,Rentner im Bundesfreiwilligendienst hilft dem Diplom-Physiker Harald Gülzow am Informationsstand, damit die Bürger bei der Abgabe ihrer Wasserprobe nicht lange warten müssen. Im Vorfeld wurde ein Hygiene- und Abstandsplan erstellt, damit alle sicher ihre Wasserprobe abgeben und ausführlich beraten werden können. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung vonzwölf Euro durchgeführt. Diese Untersuchung wird bereits vor Ort durchgeführt, so dass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen weitere Kostenbeteiligungen werden umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser Analysen wird mit einer Bewertung per Post zugesandt. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse, wofür das Brunnenwasser geeignet ist.  Außerdem beantwortet Harald Gülzow, der Experte zum Thema Brunnenwasserqua-lität, jeden Freitag zwischen 10 und 13 Uhr Fragen unter der Rufnummer 02831 9763342. Damit´die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserfla-schen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 Liter Flaschen aus Kunststoff. Das Team vom VSR-Gewässerschutz bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um mögliche Belastungen und deren Ursachen zu besprechen. Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: Unbelastetes Grundwasser!“, so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer und der Verein tragen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers verbessert wird – auch außerhalb von Wasserschutzge-bieten. Dem VSR-Gewässerschutz ist es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert sind. Messergebnisse werden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu machen. So wurde aucheine Nitratkarte Niedersachsen 2019 erstellt, die auf der Internetseite der Gewässerschützer eingesehen werden kann. Seit 39 Jahren engagiert sich die Umweltschutzorganisation für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der VSR-Gewässerschutz entstand als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen im Rhein-Einzugssystem – damals noch unter dem Namen "Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse". Der VSR-Gewässerschutz analysiert nicht nur, sondern bewertet, klärt auf, benennt die Ursache und stellt Forderungen, um die Belastungen zureduzieren.
Zum Hintergrund: Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen ist ausgesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs wird eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen. Eine Nitratanreicherung im Gemüse kann man verhindern, indem Nährstoffe aus dem Gießwasser bei der Düngung angerechnet werden.
Nitrat kann im Grundwasser aber auch abgebaut werden. Allerdings entsteht dabei gelöstes Eisen. So stellen viele Brunnenbesitzer in den letzten Jahren fest, dass ihr Brunnenwasser immer eisenhaltiger wird. Das ist ein Segen und ein Fluch zugleich: Ihr Wasser weist immer noch einesehr geringe Nitratbelastung auf. Doch eine hohe Eisenkonzentration im Brunnenwasser kann das Wasser gelb/orange verfärben. Schön ist das nicht - besonders nicht in einem Planschbecken oder an weißen Hauswänden. Außerdem kann es beim Gießen zu Pflanzenschäden kommen. Durch die Ablagerungen kommt es zu verstopften Leitungen und Schäden an Geräten.