Tendenz zum Virtuellen

Verein im Antikriegshaus rüstet sich

Sievershausen (r/gg). Die Mitgliederversammlung des Vereins "Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen" wurde jetzt nach pandemiebedingten Verschiebungen als Online-Versammlung realisiert. Haushaltsberatungen und die Vorstandswahl standen auf dem Programm. "Befürchtungen, das Veranstaltungsformat könnte zu einer verminderten Teilnahme oder zu einem außerordentlichen Qualitätsverlust führen, erwiesen sich als unnötig, an der dreistündigen Versammlung nahm etwa die gleiche Anzahl an Mitgliedern teil wie an den gewohnten Präsenzveranstaltungen", so die Mitteilung des Büros Antikriegshaus. Hier der weitere Bericht: "Bei der Aussprache über die Jahresberichte und die finanziellen Ergebnisse der Jahre 2019 und 2020 wurde, wie auch im weiteren Verlauf hinsichtlich der Haushalts- und Veranstaltungsplanung, deutlich, wie nachhaltig die Corona-Pandemie die Friedensarbeit im Antikriegshaus und in der Antikriegswerkstatt beeinflusst. Dank der Unterstützung, unter anderem durch Hilfen des Bundes, konnte zumindest ein Teil der Ausfälle im vergangenen Jahr kompensiert werden, das laufende Jahr steckt da noch voller Ungewissheiten; im Veranstaltungsbereich rückten hybride Formate aus Präsenz vor Ort und im Internet in den Vordergrund, nach einem Hoch der realen Anwesenheit im Sommer aktuell mit eindeutiger Tendenz zum virtuellen Format. Nicht zuletzt deshalb hat sich das Antikriegshaus, mit erheblicher Unterstützung durch den Fonds für Digitales in der Region Hannover, im Bereich der Übertragungstechnik stark entwickelt und wird auch nach Ende der Beeinträchtigungen online präsent bleiben, zumal dadurch unbestritten eine Vergrößerung der Reichweite erzielt wurde. Erfreulich war die Anzahl von Anfragen an die im Rahmen der landeskirchlichen Friedensorte geförderten Referenten des Antikriegshauses Elvin Hülser und Maik Bischoff für Vortrags- und Trainingsveranstaltungen und die Entwicklung von neuen Formaten für die friedenspädagogische Arbeit im Bereich der Landeskirche und darüber hinaus."
Bei der Vorstandswahl wurden nahezu alle Mitglieder des bisherigen Vorstandes, namentlich Berndt Waltje (als Vorsitzender), Hannelore Köhler, Jürgen Keuneke, Armin Brandes und Otto Dempwolff sowie Hilmar Gottwald (als Abgeordneter der Freiwilligendienste) für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Eine Ausnahme macht Gisela Fähndrich, seit dem Tod von Klaus Rauterberg vor 15 Jahren als Präsidentin oberste Repräsentantin des Antikriegshauses. Sie stellte sich aus Altersgründen nicht erneut zur Wahl, das Amt bleibt bis auf Weiteres unbesetzt. Elvin Hülser, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert in verschiedenen Funktionen, unter anderem als langjähriger Vorsitzender mit Gisela Fähndrich zusammengearbeitet hat, würdigte ihren unermüdlichen und kaum hoch genug zu wertenden Einsatz für die Sievershäuser Friedensarbeit, der schon vor der Vereinsgründung 1978 seinen Anfang nahm. Der Rückzug von Gisela Fähndrich wird in der Friedensarbeit des Friedens- und Nagelkreuzzentrums eine erhebliche Lücke hinterlassen . Der Vorstand bedankte sich auch bei Albert Lodyga, einem weiteren "Urgestein der Dokumentationsstätte", der sich nicht wieder als Kassenprüfer bewarb. Mit Bedauern verabschiedete die Versammlung Pastorin Hanna Dallmeier aus dem Vorstand, die dort nach ihrer Neuorientierung nicht länger als Delegierte des Kirchenkreises (und als Pastorin für die Nagelkreuzarbeit) fungieren wird.