Telefone bei MARKTSPIEGEL-Gesundheitsaktion liefen „heiß“

Dahin möchten viele kommen: Zur letzten Zigarette. Dies belegt auch die große Resonanz auf die Leser-Telefonaktion des MARKTSPIEGELS mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Deren Experten für Raucherentwöhnung auch weiterhin gern für individuelle Beratung zur Verfügung stehen. (Foto: BZgA)

Tief in den Bauch ein- und dann langsam wieder ausatmen!

ALTKREIS BURGDORF (r/kl). Die Telefonaktion exklusiv für die Leser des MARKTSPIEGELS „war Spitze! Die Telefone klingelten sich heiß“, melden die Experten für Raucher-Entwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Berlin. Für alle, die bei der Aktionen nicht mehr mit ihnen verbunden werden konnten, stehen sie weiterhin zur Beratung bereit.
Auch nach der MARKTSPIEGEL-Telefonaktion ist das Beratungstelefon für Raucherentwöhnung der BZgA von Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 22.00 Uhr sowie von Freitag bis Sonntag jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr unter Telefon (01805) 31 31 31 (14 Cent pro Minute) erreichbar. Auf Wunsch begleiten die Berater kostenlos telefonisch ein paar Wochen lang bei der Entwöhnung.
Im Internet finden InteressentInnen unter www.rauchfrei-info.de unter anderem ein interaktives Ausstiegsprogramm, unter www.anbieter-raucherberatung.de einen Überblick über Ausstiegsangebote in Wohnortnähe.
Das Start-Paket zur Raucherentwöhnung mit Info-Broschüre, Rauch-Stopp-Kalender, Knetball und Pfefferminzpastillen kann man kostenlos bestellen, per Fax unter (0221) 89 92- 2 57, per Mail unter order@bzga.de, schriftlich an BZgA, 51101 Köln.
Die Tabaksteuer wird in den nächsten Jahren weiter steigen – damit auch die Preise für Zigaretten, Feinschnitt und Pfeifentabak. Bei unserer Telefonaktion mit Experten für Raucherentwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gab es viele gute Tipps wie man die Entwöhnung schafft. Hier die häufigsten Fragen und die Antworten:

Als starker Raucher bin ich unsicher, ob ich die Entwöhnung schaffe. Aber der Arzt sagt, ich muss unbedingt aufhören. Gibt es Hilfsmittel?

Bei starken Rauchern können Nikotinersatzstoffe, wie Nikotinpflaster, bei der Verminderung körperlicher Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schwindel oder Übelkeit helfen. Diese Probleme sind in der Regel nach sieben bis zehn Tagen verschwunden.
Hartnäckiger hält sich die psychische Abhängigkeit von der Zigarette – also die jahrelange Gewohnheit, in bestimmten Situationen zur Zigarette zu greifen. Dieses Verhalten kann man sich nur selbst wieder abtrainieren.

Wie kann ich mir denn das Rauchen „abtrainieren“?

Finden Sie heraus, welchen Platz die Zigarette in Ihre Leben einnimmt. Ein Rauchertagebuch kann dabei helfen. Schreiben Sie bei jeder Zigarette auf, wann, unter welchen Umständen und warum Sie jetzt rauchen.
Soll die Zigarette Ihnen jetzt Entspannung bringen oder Konzentration oder die Langeweile vertreiben oder was sonst? Dann überlegen Sie, was Sie statt des Rauchens in dieser Situation tun können, um Ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Ich rauche immer zum Kaffee. Wie kann ich das verhindern?

Unterbrechen Sie den Teufelskreis Kaffee-Zigarette. Ersetzen Sie den Kaffee eine Zeit lang durch Tee oder Saft oder Kakao, oder was immer Sie mögen. Wenn Sie schon die Kaffeetasse an eine Zigarette erinnert, dann wechseln Sie sie durch ein anderes Trinkgefäß aus.
Verändern Sie auch - wenn möglich - den Ort der Kaffeepause. Manche Ex-Raucher schafften es aber auch, das Aroma des Kaffees ganz bewusst rauchfrei zu genießen.
Nach dem Essen muss ich rauchen. Was könnte ich stattdessen tun?
Stehen Sie sofort nach dem Essen auf, putzen Sie sich die Zähne, spülen das Geschirr, machen einen Spaziergang oder ein paar Übungen am offenen Fenster. Vielleicht vertiefen Sie sich aber lieber in spannende Lektüre, in Ihre Lieblings-CD oder in ein Fotoalbum. Überlegen Sie, welche Varianten für Sie passen und schreiben Sie sie auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.

Mir bringt die Zigarette pure Entspannung. Wie soll ich ohne zur Ruhe kommen?
Zum Beispiel durch mehrmaliges tiefes Einatmen in den Bauch, dann ganz langsam durch den Mund wieder ausatmen. Oder durch die geruhsame Zubereitung einer Tasse Tee, durch das Vertiefen in eine interessante Zeitschrift, durch ein kurzes Abtauchen in eine Traumwelt.

Sollte ich schon etwas abnehmen, um dann nach dem Rauchstopp nicht zu dick zu werden?

Ja, das ist eine gute Idee. Reduzieren Sie Fett und Zucker, essen Sie sich an ballaststoffreichen Lebensmitteln satt. Gut geeignet sind Vollkornprodukte, sowie Obst und Gemüse. Trinken Sie viel, mindestens zwei Liter kalorienfreie Getränke pro Tag. Wichtig ist Bewegung wo immer möglich: Treppe statt Fahrstuhl, Rad statt Auto, flotter Abendspaziergang statt nur Fernsehgucken.

Kann man sich mit Akupunktur oder Hypnose das Rauchen abgewöhnen?

Die Wirksamkeit dieser Methoden ist wissenschaftlich nicht bestätigt. Deshalb übernehmen auch die Krankenkassen nicht die Kosten. Suchen Sie sich lieber einen Nichtraucher-Entwöhnungskurs vor Ort, dessen Leiter auch nach dem Kurs Ihr Ansprechpartner bleibt.
Sie können bei Ihrem Hausarzt, bei Ihrer Krankenkasse, bei Volkshochschulen oder Suchtberatungsstellen nach Kursen fragen. Die Krankenkassen übernehmen oft einen großen Teil der Kosten. Der Antrag muss vor Beginn des Kurses gestellt werden.

Hilft die E-Zigarette bei der Raucherentwöhnung?

Für die Entwöhnung ist sie nicht empfehlenswert. Problematisch ist, dass die E-Zigarette wie eine normale Zigarette gehandhabt wird. Außerdem sind einige Inhaltstoffe der E-Zigarette gesundheitlich nicht ganz unbedenklich.
Wenn ich daran denke, dass ich nie wieder rauchen soll, verlässt mich der Mut…
Konzentrieren Sie Ihre Energie auf den aktuellen Tag und nicht auf einen langen, schwer überschaubaren Zeitraum. Die Entzugssymptome werden in der Regel nach den ersten zwei Tagen deutlich geringer und verschwinden nach einigen Wochen ganz. Jeder einzelne Tag zählt!