Teegeler See als Irrgarten erkundet

Zusammenkunft der Ruderinnen am Bootshaus. (Foto: RGF)

Märchenhafte Frauen-Rudertour in Berlin

Lehrte-Sehnde (r/gg). Vierzehn Frauen aus dem "Ruderverein für das Große Freie (RGF)" und aus dem Wolfsburger Ruder-Club haben vom "ein märchenhaft schönes Wochenende bei hochsommerlichem Wetter in Berlin" erlebt, so die Mitteilung von Silke May aus dem RGF.
Mit drei Leihbooten vom Ruderverein Brandenburger ausgestattet startete die erste 24 Kilometer-Tour am Freitagnachmittag von Spandau in Richtung Oberhavel. Flugzeuge schwebten im kurzen Takt wie fliegende Teppiche knapp über die Köpfe der Ruderinnen in den Flughafen Tegel ein. Der Weg führte die Boote zunächst über gewundene verwunschene Parkwege mit Seerosen, Sumpfdotterblumen und sonnenbeschienenem Wassergras. Der weitere Weg über die Kanäle erforderte Geduld: "Berliner Schleusenwärter sind definitiv nicht mit Zauberkräften ausgestattet" schreibt Silke May und, da hätte auch „Knüppel aus dem Sack“ nicht geholfen. So wurden die Schleusen Plötzensee und Charlottenburg „janz sutsche“ passiert und die Bootsschleppe an der Zitadelle mit Frauenpower gemeistert.
Die Oberhavel erschlossen sich die Ruderinnen auf ihrer 37-Kilometer-Tour am Samstag voriger Woche. Eine besondere Ehre wurde einer Mitruderin zuteil, die ihr sensibles Hinterteil durch drei Schaumstoffkissen auf dem Rollsitz linderte und fortan Prinzessin auf der Erbse genannt wurde. Idyllische Erlenwälder säumten den Zufahrtskanal zum Ruderverein Birkenwerder. Dort gab es ein „Tischlein-deck-dich“-Büfett, zu dem jede Ruderin mit feinsten selbstproduzierten Produkten beigetragen hatte. Frisch gestärkt ließen Phänomene wie die Magnetgiganten am Eisenwerk, Black-Pearl-Ruderathleten in Piratentracht oder ein einzelner zahnarmer Mann, der Undefinierbares rauchte, die Damen kalt.
Der Tegeler See war das Ziel der 17-Kilometer-Tour am Sonntagvormittag. Diesmal starteten Elternschwäne mit ihrer Brut dicht über den Köpfen der Ruderinnen, die vorbeugend ihre Köpfe einzogen. Moby Dick mit seinen spitzen Bugzähnen war zum Glück nur ein Ausflugsdampfer, der den Ruderinnen nicht mal durch seine Wellen gefährlich wurde. Im Irrgarten am Ende des Tegeler Sees entzückten moderne Wasserwohnungen und sehr enge und hübsche Kanäle sowie unerwartete Einblicke in das Intimleben der Bewohner. Das schöne Wetter lockte Menschen auf unterschiedlichsten schwimmbaren Untersätzen auf das Wasser. Neben Party- und Grillbooten passierten die Ruderinnen auch die Wasserschutzpolizei, die das Vermummungsgebot der Steuerfrauen kontrollierte.
Der Dank der Teilnehmerinnen ging an Bärbel Arnold für die Leitung der sehr gelungenen sechsten Frauenruderwanderfahrt.