Stipendium frühzeitig beendet

USA-Rückkehrer Nikolas Kreß und Patin Maria Flachbarth, CDU-Bundestagsabgeordnete im hiesigen Wahlkreis. (Foto: CDU-Wahlkreisbüro)

Lehrter Student aus USA heimgekehrt

LEHRTE (r/gg). Maria Flachsbarth, CDU-Bundestagsabgeordnete im hiesigen Wahlkreis, hat im August des vorigen Jahres den Lehrter Nikolas Kreß für ein Stipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms (PPP) in die USA verabschiedet. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das gemeinsame Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses nun frühzeitig abgebrochen, und Nikolas Kreß ist mittlerweile wieder in seiner Heimat angekommen. Der junge Lehrter hat viel zu berichten. So wurde er herzlich bei seiner Gastfamilie in den USA, in der Kleinstadt Olney, rund 400 Kilometer südlich von Chicago, aufgenommen. Von August bis Dezember 2019 studierte er zunächst am College in Olney. Als einer von wenigen Stipendiaten absolvierte er ab Januar ein Praktikum bei einem Kongressabgeordneten in Washington D.C. und erhiet spannende und intensive Einblicke in die Politik. Sechs Wochen später arbeitete er in einer Versicherung in Olney. "Mit Melancholie erinnere ich mich gerne an die unbeschwerte Zeit zurück, denn an freien Tagen wurden oft spontane Reisen gemacht. Mit dem eigenen Auto und einer Menge Reiselust habe ich 24 US-Staaten in sieben Monaten besucht", berichtet Nikolas Kreß. Und nachdem die erste Enttäuschung überwunden ist, beurteilt er den Programmabbruch und den Umgang mit der Corona-Pandemie im Vergleich zwischen Deutschland und den USA so: „Inzwischen verstehe ich die Haltung des Bundestages und bin ehrlich gesagt froh, wieder zu Hause in Deutschland zu sein, vor allem im Hinblick auf die eskalierende Lage in den USA, das unzureichende Gesundheitssystem sowie das dortige Krisenmanagement. Ich schätze mich wirklich glücklich und bin stolz auf unsere soziale Marktwirtschaft, unser Gesundheitssystem und das Krisenmanagement der deutschen Regierung. Die Lage ist ernst – nicht nur in Deutschland, wo ein System sozialer Absicherungen, Kurzarbeitergeld und Hilfen für Unternehmen und Selbstständige gewährt. Ein System, das es in den USA so nicht gibt. Nicht nur ist die USA inzwischen das Land mit den meisten Covid-19 Infizierten, sondern dort sind auch innerhalb einer Woche zehn Millionen Menschen arbeitslos geworden. Aber was am schlimmsten ist, immer mehr Amerikaner infizieren sich und haben aufgrund des dortigen Gesundheitssystems nur beschränkte Möglichkeiten sich testen oder behandeln zu lassen. Und das alles im reichsten Land der Erde, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, was im November 2020 wohl einen neuen Präsidenten wählen wird.“ Maria Flachsbarth sagt: "Als Patin von Nikolas finde ich es schade, dass sein Austauschjahr nun so abrupt enden musste. Aber ich freue mich, dass er viele spannende Erfahrungen sammeln konnte und einen Einblick in eine neu, ihm unbekannte Kultur erhalten hat." Mit Blick auf die sich zuspitzende Situation sei sie jedoch auch froh, dass Nikolas Kreß wohlbehalten in Lehrte angekommen ist.