Stimme zum Neubau des Gymnasiums

Klarheit bei den Linken zur Standortfrage

LEHRTE (r/gg). Die Linken befürworten einen Neubau der Sekundarstufe I des Lehrter Gymnasiums, wie in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses diskutiert. „Wir wollen das Gymnasium baulich fit für die Zukunft machen und dafür viele Millionen Euro bereitstellen“, sagt Christoph Lokotsch, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Rat der Stadt Lehrte und Mitglied des Schulausschusses. Die Linken lehnen jedoch den in der Sitzung als Option aufgezeigten Standort im Park, der jetzige Schützenplatz, ab. "Das kommt für uns nicht infrage“, sagt Christoph Lolotsch. Deshalb habe die rot-grün-rote Mehrheit einen entsprechenden Antrag im Schulausschuss auch sofort abgelehnt.
„Bereits heute ist die Stadt Lehrte rund 600 Ersatzpflanzungen von Bäumen im Rückstand. In dieser Situation ernsthaft eine Bebauung des Stadtparks als grüner Lunge vorzuschlagen, verkennt die Notwendigkeit des Klimaschutzes völlig – was wir brauchen, ist mehr Stadtgrün, nicht weniger“, ergänzt Hans-Jürgen Dankert, Bürgervertreter im Bau- und Verkehrsplanungsausschuss sowie Sprecher der LINKEN Lehrte/Sehnde.
Auf Antrag von LINKEN, SPD, Grünen hat der Schulausschuss empfohlen, neben einem Neubau der Sekundarstufe I des Gymnasiums am bestehenden Standort, auch einen Neubau auf dem ehemaligen Grundstück der Stadtwerke zu prüfen. Dieses ist momentan für die Bebauung durch die Lehrter Wohnungsbaugesellschaft vorgesehen. „Uns ist bewusst, dass das Grundstück vergleichsweise klein ist, aber durch die unmittelbare Nähe zum bisherigen Standort, wäre der Neubau beispielsweise einer Mensa und weiterer Sportstätten entbehrlich. Durch die dauerhafte Umwidmung der Schlesischen Straße ließe sich der Schulhof zudem vergrößern“, erläutert Christoph Lokotsch.
Nun sei es die Aufgabe der Stadtverwaltung, die ehemalige Fläche der Stadtwerke zusammen mit einem Teil der Schlesischen Straße für einen Neubau der Sekundarstufe I des Gymnasiums auf Größentauglichkeit zu prüfen. Sollte das der Fall sein, wäre dies die bevorzugte Variante der Linken. Die an dieser Stelle geplante Wohnbebauung könnte dann mit einiger Verzögerung auf dem jetzigen Schulgelände umgesetzt werden.
Für die SPD-Stadtratsfraktion erklärt der Fraktionsvorsitzende Bodo Wiechmann eine differenzierte Betrachtung des geeigneten Standorts: "Nach Abwägung der
jeweiligen Vor- und Nachteile bevorzugt die Fraktion die sogenannte Variante D - großer Neubau am bisherigen Standort, Erhalt und Sanierung des denkmalgeschützten Altgebäudes mit einem Investitionsvolumen von mindestens 30 Millionen Euro."
Die von der CDU in die Debatte eingebrachte Variante eines Neubaus des kompletten
Gymnasiums auf dem Schützenplatz verbunden mit der Schließung der bisherigen Standorte der Sekundarstufe I und der Oberstufe werde einmütig abgelehnt. Die derzeitige zentrale, integrierte Lage des Gymnasiums sei eine Bereicherung für die Innenstadt, habe sich bewährt und erhalte die vorhandenen Wegebeziehungen. Der Schützenplatz sei nicht nur eine bedeutende Veranstaltungsfläche, sondern auch Teil des Stadtparkes und des Grünzugs vom Hohnhorstsee bis zum neuen Stadtwerkegelände.
Die ebenfalls in der Diskussion genannte Variante E mit einem Neubau der Sekundarstufe I auf dem ehemaligen Stadtwerkegelände wäre aus Sicht der SPD Fraktion eine interessante
Alternative, scheitere jedoch an dem deutlich zu kleinen Grundstück mit rund 6.800 Quadratmeter. Abschließend führt der schulpolitische Sprecher Thomas Diekmann aus: "In der Variante D wird das von der Schule entwickelte, moderne Raumprogramm vollständig umgesetzt. Großzügige Außenanlagen und eine neue Turnhalle sind ebenfalls enthalten. Die vorhandene Mensa kann weiter uneingeschränkt benutzt werden. Nun hoffen wir auf zeitnahe Beschlüsse, damit die Ausführungsplanung und Umsetzung bald beginnen können."