Städtische Galerie Lehrte ehrt ihren Gründungsstifter Franz Belting

Wann? 08.04.2011 19:00 Uhr

Wo? Städtische Galerie, Alte Schlosserei 1, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Die Erinnerungsausstellung konzentriert sich auf die frühen Werke von Franz Belting, hier „Formationen“ aus dem Jahr 1926. (Foto: Sammlung Belting)
Lehrte: Städtische Galerie |

Ausstellung „Erinnerungsstücke“ wird Freitag eröffnet

LEHRTE (r/kl). Mit einer Austellung unter dem Titel „Erinnerungsstücke“ ehrt die Städtische Galerie Lehrte in der Alten Schlosserei im Einkaufszentrum „Zuckerfabrik“ ihren Gründungsstifter Franz Belting. Bürgermeisterin Jutta Voß eröffnet die Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 8. April, um 19.00 Uhr. Musikalisch wird die Vernissage von Karsten Brudy (Trompete, Flügelhorn) und Agnes Hapsari (E-Piano) untermalt.
Diese erste Ausstellung nach dem Tod des 2010 in Hannover 102-jährig verstorbenen Künstlers konzentriert sich besonders auf Bilder aus den ersten Werkgruppen. Die Auswahl aus der Lehrter Belting-Sammlung wird ergänzt um neun Leihgaben aus dem Besitz der Landeshauptstadt Hannover. Die „Erinnerungsstücke“ sind nach der Vernissage am Freitag noch bis zum 19. Juni in der Städtischen Galerie zu sehen.
Franz Belting wurde 1908 in Lehrte geboren, wo er auch aufwuchs. 1928 legte er sein Abitur am Andreanum in Hildesheim ab und zog 1929 nach Hannover, wo er bald darauf Atelierleiter in der Großdruckerei J. C. König & Ebhardt wurde. Nach autodidaktischen Studien in der Malerei und Grafik war Franz Belting insgesamt 47 Jahre seines Berufslebens als Gebrauchsgrafiker, Texter und Designer für bekannte deutsche Unternehmen tätig.
Auf der anderen Seite steht sein in der privaten Wohnung in Hannover am Schreibtisch ausgeübtes freie Künstlerleben, das 1930 mit ersten Aquarellen öffentlich wurde, die Belting zur Frühjahrsausstellung des Kunstvereins Hannover einreichte und ausstellen durfte.
Die einschneidende Zäsur des 2. Weltkrieges überstand Franz Belting als Soldat in Frankreich, Russland, Griechenland, Bosnien und Kroatien vergleichsweise glimpflich, wurde er doch vom Oberkommando des Heeres zeitweise als Grafiker für Werbezwecke nach Berlin abkommandiert, so dass ihm die unmittelbaren Kriegsschauplätze zumeist erspart blieben.
Nach 1945 war Franz Belting als freier Maler und Grafiker am Aufbau des BBK Niedersachsen mitbeteiligt und war befreundet mit den „Hannoverschen Malern der Neuen Sachlichkeit“, mit Carl Buchheister, Grethe Jürgens und Erich Wegner. Von 1957 bis 1968 war er 1. Vorsitzender des BBK Hannover und zwischen 1967 bis1976 hauptberuflicher Fachlehrer an der Werkkunstschule Hildesheim und Dozent an der Fachhochschule Hildesheim-Holzminden.
Franz Belting teilte sein Werk selbst in vier Phasen ein. Den ersten Abschnitt überwiegend gegenständlicher und bis 1947 datierter Arbeiten nannte er „Lyrisches Naturbild“. In der zweiten bis 1958 dauernden Phase deutet sich bereits die zunehmende Abstraktion an, Belting nennt diese Zeit „Poetische Verwandlung“.
Diese Verwandlung führt in die bis 1970 andauernde dritte Phase, in der sich schließlich die für Belting so typische abstrakte Wachsmalerei voll entwickelt: „Magie der Zeichen und Materie“. Im vierten 1972 beginnenden Abschnitt „Projekte der Meditation“ setzt Belting schließlich ganz auf ein technoides Vokabular und zitiert die Welt der Apparate.



Vernissage: Freitag, 8. April 2011, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonntag 14.00 – 18.00 Uhr
Ausstellung: 8. April – 19. Juni 2011