Stadtrat einig: „SuedLink“-Trasse bleibt Reizthema

Eine Raumanalyse der Stadt Lehrte hat ergeben: Für die Kommune ist nur ein Trassenverlauf westlich von Ahlten (am linken Bildrand) einigermaßen umweltverträglich. (Foto: Horst-Dieter Brand)

SPD und Bündnis 90/Die Grünen gehen mit dem Vorhaben hart ins Gericht

LEHRTE (hdb). Die geplante „SuedLink“-Trasse zum Transport von Strom aus Windenergie vom Norden der Republik in den Süden stößt bei mehreren Kommunen der Region Hannover auf eine kritische bis ablehnende Haltung. Der Lehrter Rat hat jetzt eine entsprechende Stellungnahme abgegeben.
Die bisher in den Fachausschüssen und betroffenen Ortsräten geäußerte Kritik an dem Vorhaben hat im Rat seinen bisherigen Abschluss gefunden: Einstimmig haben die Fraktionen von SPD, CDU und Grünen die von der städtischen Umweltabteilung in einer von allen Seiten gelobten Fleißarbeit zusammengetragenen Bedenken unterstützt.
Letztlich läuft die Sichtweise der Stadt Lehrte - die inhaltlich mit den Nachbarkommunen Burgdorf und Sehnde abgestimmt wurde - auf eine generelle Ablehnung der Trasse durch die dicht besiedelte Region hinaus.
Notfalls sei unter umweltverträglichen Berücksichtigung überhaupt nur ein Trassenverlauf westlich von Ahlten vorstellbar.
Für die politische Unterstützung dieses Vorschlages bedankte sich Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kehlich (CDU) im Rat mit den Worten: „Wenn wir schon bluten müssen, dann fordern wir den Abbau der nicht mehr benötigten 220-kV-Leitung.“ Für die SPD-Fraktion erklärte ihr Vorsitzender Bodo Wiechmann unter Hinweis auf Forderungen der Bundesnetzagentur: „Die alleinige Festlegung auf die Trasse Mitte-West, die durch den Ballungsraum Region Hannover führt, ist somit nicht hinreichend begründet.“
Auch die West- und die Osttrasse müssten nach gleichen Kriterien untersucht und bewertet werden. Wiechmann zeigte sich wie Ronald Schütz, Chef von Bündnis 90/Die Grünen, überrascht von der Erkenntnis, dass das „SuedLink“-Projekt im Kern zwei Stromtrassen umfasst. „Entsetzt über das Huckepack-Verfahren“ zeigte sich Schütz, weil aus Schleswig-Holstein eine Trasse Richtung Bayern, eine zweite nach Baden-Württemberg führen soll - aber aktuell nur eine Trasse geplant werde.
Schütz warnte vor einer doppelt so breiten Schneise bei einer denkbaren Erdverkabelung, die für die SPD allerdings laut Wiechmann „im Ballungsraum die Regel und nicht wie bisher vorgesehen die Ausnahme“ sein müsse.