Späte, aber erfreuliche Bilanz

Dank des Einsatzes der Wärmebild-Kamera an einer Drohne wurde dieses Kitz im vorigen Frühjahr vor der Mahd umgesetzt. (Foto: Jagdgenossenschaft)

Elf gerettete Rehkitze nach Drohneneinsatz

Lehrte (r/gg). Mit einem Rückblick und einer beachtlicher Bilanz zur Rehkitz-Rettung meldet sich jetzt Hartmut Scholz, Landwirt und Jäger in Lehrte. Dank des Einsatzes der Drohne mit Wärmebildkamera, eine Anschaffung der Jagdgenossenschaft mit Unterstützung der Bingo Umweltstiftung, wurden insgesamt elf Rehkitze vor dem Mähen verschiedener Grünlandflächen umgesetzt. Mit welchem Aufwand dies möglich ist, schildert Hartmut Scholz an einem Beispiel, bei dem schon vor dem Einsatz diverse Übungsstunden für die reine Organisation, wie dem Erkunden der Flächen, nötig war. "Wenn für die Heuernte passendes Wetter angekündigt ist, meldet sich der Landwirt oft erst abends vor dem Mähen am nächsten Morgen", so seine Erfahrung. Gemeinsam mit Karl Eckerlin ist er dann auch morgens um 4 Uhr zur Wiese gefahren. Wichtig sei immer die Vorbereitung eines möglichen Auffindens, denn wenn ein Kitz umgesetzt werden soll, müsse es schnell gehen. Zudem liefere nur der Temperaturunterschied Hinweise in der Wärmebildkamera. Hartmut Scholz schreibt: "Sowie die Sonne hoch kommt, wird es schwierig, weil jeder Maulwurfshaufen eine Wärmequelle anzeigt. Deshalb waren wir so früh unterwegs."
Das Kitz wird mit Handschuhen und Gras in einen Karton gelegt und am Rand der Wiese gesichert. Erst wenn die Wiese gemäht ist, wird das Rehkitz auf einer Nachbarwiese frei gelassen. Hartmut Scholz betont: "Rehkitze können so sicher und effektiv gerettet werden. Zusätzliche Maßnahmen sollten weiterhin umgesetzt werden, wie das Verstänkern der Wiese, beispielsweise mit dem Jagdhund am Vorabend oder das Aufstellen von Tüten und Flatterbändern, um das Muttertier dazu zu bewegen, ihr Kleines weg zu führen."