Sonntag in Sievershausen "Innenansichten" aus dem syrischen Bürgerkrieg

Die Autorin und Journalistin Rosa Yassin Hassan. (Foto: Larissa Bender/HSfpV)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Autorin und Journalistin Rosa Yassin Hassan berichtet im Antikriegshaus

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Der Aufstand in Syrien gegen das Regime Bashar Assads hat sich mittlerweile zu einem unübersichtlichen Bürgerkrieg verfestigt. Er fordert täglich neue Opfer und eine nationale wie internationale Lösung scheint in weite Ferne gerückt. "Ich möchte, dass die Welt die Wahrheit erfährt", sagt dazu die bekannte syrische Autorin und Journalistin Rosa Yassin Hassan, die am Sonntag, 26. Mai, ab 17.00 Uhr im Antikriegshaus Sievershausen, Kirchweg 4, Innenansichten aus dem syrischen Bürgerkrieg vermitteln will.
Seit Beginn des syrischen Aufstands berichtete Rosa Yassin Hassan über Internet und Printmedien über den Alltag der Menschen in Syrien, über schwer traumatisierte Kinder, über Gräuel, Angst und Tod. Sie lebte bis August 2012 in Damaskus und wurde durch ihren Blog "Tagebuch der syrischen Revolution" auch in Deutschland bekannt.
In einem Zeitungsinterview vom Januar 2012 betonte Rosa Yassin Hassan, unter den aktuellen Umständen falle es ihr schwer, literarisch zu arbeiten, einen Roman zu schreiben. „Aber ich habe Dutzende Artikel geschrieben, die rein dokumentarisch sind. Ich möchte, dass die Welt die Wahrheit erfährt. “
Die 38-jährige gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen und Frauenaktivistinnen in Syrien. Außerdem berichtet sie für mehrere syrische und arabische Zeitungen und Magazine als freie Journalistin. Wegen ihrer literarischen Texte, ihres Engagements für Menschenrechte und für die Demokratiebewegung in Syrien ist sie selbst in eine akute Bedrohungssituation geraten. Eine Rückkehr zum jetzigen Zeitpunkt wäre für Rosa Yassin Hassan lebensgefährlich.
Unter schwierigsten Bedingungen konnte die Heinrich-Böll-Stiftung Rosa Yassin Hassan aus dem Land holen. Seit April 2013 sind sie und ihr zehnjähriger Sohn Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte.
Rosa Yassin Hassan studierte zunächst Architektur an der Universität in Damaskus. Sie arbeitete als Literaturkritikerin für verschiedene arabische Zeitschriften und ist Gründungsmitglied des syrischen Vereins "Frauen für Demokratie". Sie hat mehrere Erzählungen und Romane veröffentlicht, unter anderen "Ebenholz" (2004) und "Wächter der Lüfte", die mittlerweile beide auf Deutsch erschienen sind.
Darüber hinaus veröffentlichte sie "Ein lichtverseuchter Himmel" (2000), "Negativ - Die Gedächtniskraft der weiblichen politischen Gefangenen, ein Tatsachenroman" (2008) und "Probe" (2011). Sie wurde mehrfach für ihr Werk ausgezeichnet.
Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Zukunftsfragen - Perspektiven für eine nachhaltige Politik“ wird gefördert durch die AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden) und findet in Zusammenarbeit mit der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte statt.
Das Foto von Larissa Bender wurde uns von der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte zur Verfügung gestellt.