„Sievershäuser Ermutigung“ wird an Journalistin María Isabel Gámez aus El Salvador verliehen

Wann? 12.12.2010 16:00 Uhr

Wo? Antikriegshaus Sievershausen, Zum Krähenfeld, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Erhält die „Sievershäuser Ermutigung“: Die Journalistin María Isabel Gámez. (Foto: Antikriegshaus Sievershausen)
 
Laudator bei der Friedenspreis-Übergabe ist Johannes von Dohnanyi. (Foto: Antikriegshaus Sievershausen)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Laudator ist Johannes von Dohnanyi

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Am Sonntag, 12. Dezember, um 16.00 Uhr wird die 27-jährige Journalistin María Isabel Gámez aus El Salvador den diesjährigen Friedenspreis „Sievershäuser Ermutigung“ im Rahmen einer Festveranstaltung im Antikriegshaus Sievershausen entgegennehmen. Der von der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen verliehene Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre ausgelobt. Laudator wird der bekannte Journalist und Reporter Johannes von Dohnanyi sein.
Die junge Radiojournalistin María Isabel Gámez arbeitet seit ihrem 13. Lebensjahr für den Sender „Radio Victoria“ im Departement Cabañas in El Salvador. María Isabel Gámez war zuletzt Leiterin der Nachrichtenredaktion des Senders und Ausbilderin.
Sie hat für ihren Sender über Umweltverbrechen im Bergbau, soziale Missstände, Menschenrechtsverletzungen und Korruption berichtet. Im Dezember 2009 hat sie Todesdrohungen erhalten. „Amnesty International“, das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und die deutsche Botschaft vor Ort haben sich aufgrund der akuten Gefährdungslage für eine vorübergehende Ausreise nach Deutschland eingesetzt. María Isabel Gámez ist seit kurzem Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte.
Die Sievershäuser Ermutigung wird von der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen verliehen. Der Preis war in diesem Jahr für Einzelpersonen oder Initiativen ausgeschrieben, die unter schwierigen Rahmenbedingungen für Presse- und Meinungsfreiheit einstehen und sich durch einen unabhängigen, unbequemen und unbestechlichen Journalismus zu friedens- und menschenrechtspolitischen Themen auszeichnen.
Mit María Isabel Gámez zeichnet die Jury eine Persönlichkeit aus, die sich dieser Themen in ihrer journalistischen Arbeit verantwortungsvoll und vorbildlich angenommen hat. Ihr Engagement für eine unabhängige Berichterstattung unter Inkaufnahme erheblicher persönlicher Risiken und Nachteile soll ausgezeichnet, unterstützt und durch den Preis ermutigt werden.
Mit María Isabel Gámez hat die Jury unter vielen beeindruckenden Nominierungen zudem bewusst eine junge Journalistin ausgewählt, die unter schwierigsten Verhältnissen diesen Beruf ergriffen und erlernt und dabei ein hohes Maß an journalistischer wie friedensethischer Kompetenz bewiesen hat.
Der Laudator Johannes von Dohnanyi wurde 1952 als Sohn von Klaus von Dohnanyi geboren. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler begann 1978 als freier Auslandskorrespondent in Rom, unter anderen für Stern, Die Zeit, ARD Radio und Fernsehen.
Seit 1984 berichtete er als Auslandskorrespondent für Die Weltwoche (Zürich) unter anderem aus Rom, Singapur, Bangkok und vom Balkan. 2003 wurde Johannes von Dohnanyi freier Auslandskorrespondent mit Sitz in Mailand, unter anderen für Spiegel-TV, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau und ARD-Radio. Seit 2004 ist Dohnanyi Ressortleiter Ausland beim „SonntagsBlick“ in Zürich.
Für kurze Grußworte haben sich die stellvertretende Präsidentin der Region Hannover, Doris Klawunde, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Lehrte, Hermann Hoffman, Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer vom Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Dr. Ralf Charbonnier, Superintendent des Kirchenkreises Burgdorf, angesagt.
Die Verleihung findet im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Antikriegshaus Sievershausen, Kirchweg 4A, statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Der Eintritt ist frei.