Siedler wecken alten Friedhof Arpke aus Dornröschenschlaf

Hans-Jürgen Obermeier (links) und Dieter Zentner an einer frisch freigelegten Grabstelle auf dem alten Friedhof. Hier standen vorher zwei große abgestorbene Tannen, die mit Hilfe eines Krans gefällt wurden. (Foto: SG Arpke/Bernhard Koch)

Naturidyll wird in ehrenamtlichem Einsatz behutsam begehbar gemacht

ARPKE (r/kl). Kulturgeschichte erhalten und im Wortsinne begehbar und anschaulich machen: Dieses Ziel verfolgt die Arpker Siedlergemeinschaft mit ihrer ehrenamtlichen Pflege des alten kirchlichen Friedhofs in der Dorfmitte.
Seit sechs Jahren ist das Team um Hans-Jürgen-Obermeier und Dieter Zentner im Einsatz, um das verwunschene Naturidyll behutsam freizulegen und überwucherte Gräber und Obelisken schrittweise aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.
Bei ihrer jüngsten Aktion fällte eine zehnköpfige „Siedlerfußtruppe“ jetzt zwei mächtige abgestorbene Tannen, dank etlicher Spenden konnte die Arbeit mit Hilfe eines Krans erledigt werden. „Wir mussten sehr vorsichtig vorgehen, um keine Grabsteine zu beschädigen“, betont Obermeier.
Der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegte Friedhof ist seit Jahrzehnten geschlossen, seit 1951 hat Arpke einen „neuen“ kommunalen Friedhof am Oelerser Weg. Der alte Gottesacker geriet in Vergessenheit. Bäume, Büsche, Brombeersträuche und Efeu konnten ungehindert wuchern.
Es entstand ein Paradies für Singvögel, für Menschen hingegen war der Friedhof kaum noch zugänglich. Mittlerweile sind die Grabstellen wieder weitgehend sichtbar und die Wege begehbar, der idyllische Charakter des historischen Friedhofs ist jedoch geblieben.
Für das nächste Jahr haben die Friedhofspaten der Siedlergemeinschaft schon neue Pläne. „Wir wollen die 165 Jahre alte Backsteinmauer um den Friedhof renovieren und weitere Grabsteine und Obelisken sichern“, sagt Hans-Jürgen Obermeier.