„Seid mit der Liebe nicht so knauserig, teilt sie aus!“

Pastor Uwe Büttner wird von Superintendentin Sabine Preuschoff in einem feierlichen Abschiedsgottesdienst von seinen Aufgaben in der Kirchengemeinde zum Heiligen Kreuz Sehnde entpflichtet. (Foto: Wiebke Molsen)
 
Frank Ohnesorge und Inken Kinder begleiten Uwe Büttner musikalisch. (Foto: Wiebke Molsen)

Superintendentin Sabine Preuschoff verabschiedet Pastor Uwe Büttner in den Ruhestand

SEHNDE (wim). Einen sonnigeren Tag für seine Entpflichtung auf dem „Parkplatz mit Ambiente“ vor dem evangelischen Gemeindehaus der Kreuzkirche hätte sich Pastor Uwe Büttner nicht wünschen können. Unter Sonnenschirmen und im Schatten der Bäume suchten die rund 150 Gottesdienstbesucher am Sonntagnachmittag Schutz, um mit ihm seinen kurzweiligen Abschiedsgottesdienst unter den geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zu feiern. Pastor Büttner hielt die Predigt des Gottesdienstes. Gestaltet wurde die anschließende Feier von Büttners Kolleginnen Damaris Frehrking und Ricarda Schnelle.
„Danke für ihr Vertrauen“, rief Uwe Büttner der Gemeinde zu. Paare zu trauen und Kinder zu taufen, aber auch Trauer zu teilen, seien die wichtigsten Momente in seiner Amtszeit gewesen. Diese Nähe zu den Menschen hob auch Bürgermeister Olaf Kruse in seinem Grußwort hervor. „Pastor zu sein, ist kein normaler Job, das ist eine Berufung“, sagte er. Neben den „normalen Pastorentätigkeiten" seien die Männerarbeit und das Pilgern die Domäne Uwe Büttners gewesen. Auch in den zahlreichen Baumaßnahmen, Umbauten und Renovierungen in den vergangenen acht Jahren hätte sich Uwe Büttner mit Tatkraft eingebracht. Statt Abschiedsgeschenken freute er sich daher auch über die Spenden für die geplante Photovoltaikanlage auf dem Gemeindehaus.
„Du machst das vielleicht nicht gerne, aber Du machst es gut“, blickte Superintendentin Sabine Preuschoff schmunzelnd auf die vielen baulichen Herausforderungen in Uwe Büttners Amtszeit zurück. Zudem hob sie seinen besonderen Einsatz für jene hervor, die keine eigene Lobby haben. Der Beruf des Seelsorgers sei von vorneherein eine Überforderung, die er 36 Jahre lang als loyaler und verlässlicher Kollege gemeistert habe. „Du hast es trotzdem gewuppt!“, sagte sie anerkennend und würdigte seinen bewegten Lebenslauf. Nach einer Ausbildung zum Lithografen, in dem Uwe Büttner jedoch die Sinnhaftigkeit fehlte, absolvierte er auf dem zweiten Bildungsweg sein Studium der Theologie in Celle, Hermannsburg und Münster mit anschließendem Vikariat in Winsen/Luhe. Über mehrere Stationen in Hasbergen, Eystrup, Hannoversch Münden, Sottrum bei Rotenburg/Wümme und im Kirchenkreis Laatzen-Springe kam er im Januar 2012 nach Sehnde, wo er sich mit kreativen Ideen schnell einen guten Ruf erarbeitete. „Es war mir immer ein Anliegen, das was unter den historischen Schichten verborgen ist, möglichst einfach weiterzugeben“, sagte Uwe Büttner. Da konnte auch mal ein Eis im Gottesdienst verdeutlichen, was Verheißung und Erfüllung im Leben bedeuten.
Der christliche Glaube gebe dem Leben erst einen Sinn und das gute Gefühl angekommen zu sein, ist er sich sicher. In seinem Ruhestand möchte es der 65-Jährige es nun etwas langsamer angehen lassen. Das Pilgern in der Gemeinschaft werde jedoch auch in Zukunft seinen großen Stellenwert behalten. „Dort können wir entdecken, wie sehr wir eigentlich beschenkt worden sind“, sagte Uwe Büttner. Seiner Gemeinde wünscht er, mehr auf das Miteinander zu achten: „Seid mit der Liebe nicht so knauserig, sondern teilt sie aus!“