Sehnde hat Zukunft

Bernd Henkel (links) und Carl Jürgen Lehrke bekommen die Ehrenbürgerrechte verliehen.
 
Ehrungen für ehrenamtliches Engagement durch Bürgermeister Sehnde Olaf Kruse (2.v.l.), Dietrich Puhl, Roswitha Makrutzki und Ortrud Mall, nicht im Bild: Rolf Konerding.
 
Gastrednerin Sandra Heidrich, KGS-Leiterin, mit Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse.

Rückblick 2019 und Ausblicke auf 2020 auf dem Sehnder Neujahrsempfang

VON DANA NOLL

SEHNDE. „Viele Themen und viele Herausforderungen die gemeistert wurden und die auch in Zukunft auf uns warten“, so Olaf Kruse auf seinem ersten Neujahrsempfang als Sehndes Bürgermeister in der Kooperativen Gesamtschule (KGS). Hier platzte die AGORA mit etwa 350 Gästen, darunter Bundestagsabgeordneter Matthias Miersch, Ministerin Birgit Honé, Landtagsabgeordnete Silke Lesemann, Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße sowie Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya, aus allen Nähten. Gastrednerin in diesem Jahr war die KGS-Leiterin Sandra Heidrich, die einen interessanten Einblick in den Schulalltag sowie laufende und anstehende Projekte gab.
Bürgermeister Olaf Kruse ließ in seiner Rede das vergangene Jahr Revue passieren und erklärte, „dass all die medialen Möglichkeiten es nicht schaffen, das menschliche Miteinander, den Austausch in einem persönlichen Gespräch zu ersetzen, gemäß seinem Motto zuhören-entscheiden-umsetzen.“

Was wurde im vergangenen Jahr geschafft? (Auszug)

Vier Jahre nach dem Brand der Sporthalle Waldstraße, kann nun demnächst mit dem Bau begonnen werden. „Wir rechnen mit einer Inbetriebnahme der Halle im Jahr 2021“, so Kruse.
Mit dem Erweiterungsbau für die KGS auf dem alten Gelände der Sporthalle Waldstraße wurde begonnen. Bis zum Schuljahr 2020/2021 entstehen hier insgesamt 14 allgemeine Unterrichtsräume, drei Fachunterrichtsräume Musik und diverse Nebenräume. Der Komplex ist mit 7,5 Millionen Euro derzeit der kostenintensivste Schulbau in Sehnde.

Auch in der Grundschule Höver geht es voran. Mit dem rund 3,1 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau der Grundschule Höver wurde begonnen. Er soll zum Schuljahr 2020/2021 in Betrieb genommen werden. Derzeit läuft der Innenausbau auf Hochtouren.
Das nachschulische Betreuungskonzept wurde mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres eingeführt. Es handelt sich um ein Pilotprojekt mit dem Ziel, der Umsetzung an allen Schulen im Stadtgebiet Sehnde. Auch das Raumprogramm für die Erweiterung der Wilhelm-Raabe-Schule in Ilten wurde vom Rat beschlossen. Hier sollen durch einen Anbau fehlende Unterrichtsräume geschaffen werden.
Das neue Hortgebäude mit insgesamt 80 Plätzen auf dem Gelände der Astrid-Lindgren-Grundschule wurde in Betrieb genommen.
Der Digitalausbau an den Schulen wurde voran getrieben. Ein Medien- und Medienentwicklungskonzept soll als Basis für die IT-Entwicklung an den Schulen dienen. Sehnde kann dabei Fördermittel vom Land Niedersachsen erhalten, wenn entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden.
Die Kita Ladeholz musste nach der Begutachtung wegen diverser Mängel durch Dauerregen und extremer Trockenheit geschlossen werden. Innerhalb eines Tages wurden Lösungen für die Unterbringung und Betreuung der insgesamt 133 Kinder gefunden.
„Dem Willen zu schnellen und pragmatischen Lösungen, der Flexibilität der Erzieherinnen und insbesondere dem Verständnis der Eltern und Familien ist es zu verdanken, dass wir tatsächlich nicht einen einzigen Tag schließen mussten und alle Kinder innerhalb kürzester Zeit, zwar in anderen Räumlichkeiten aber wieder zu den gewohnten Zeiten, betreut wurden und werden“, lobte Kruse., „ Der Bauantrag wird jetzt gestellt und wir rechnen damit, dass die Gruppen im April in die mobilen Raumeinheiten umziehen können.“
Hervorzuheben in 2019 waren Veranstaltungen wie die Frauenkulturtage, die bereits zum 29. Mal stattfanden, Aktionen zum Equal Pay Day, der vierte Generationentag, das „Snntg-Festival“ mit etwa 10.000 Besuchern auf dem Gelände des Hannoverschen Straßenbahnmuseums, das Klimafest in Bolzum zum Projekt GutKlima sowie die Gedenkfeierlichkeiten am 9. November für die Opfer des Nationalsozialismus durch die Projektgruppe Stolpersteine.
Auch die Feuerwehr wurde 2019 bedacht: So wurden zwei Tragkraftspritzenfahrzeuge für die Ortsfeuerwehren Bilm und Klein Lobke in den Dienst gestellt. Ausschreibungen laufen für den Anbau an die Feuerwehrgerätehäuser Höver und Haimar. Noch im Dezember hat der Rat dem Neubau für die Ortsfeuerwehr Sehnde zugestimmt.

Was erwartet Sehnde in 2020?

Der Haushalt 2020 zeigt, dass die Planungen für Investitionszahlungen in diesem Jahr bei 16,6 Millionen Euro, davon allein 9,6 Millionen Euro für Hochbaumaßnahmen, liegen werden. Bei den Aufwendungen sind die größten Posten die Personalaufwendungen mit knapp 18,2 Millionen Euro, gefolgt von der Regionsumlage in Höhe von knapp 11 Millionen Euro und Bauunterhaltungsmaßnahmen in Höhe von 5,8 Millionen Euro. „Den Ausgaben stehen geringere Einnahmen gegenüber, so dass wir mit einem Fehlbetrag rechnen müssen“, erläuterte Kruse., „Spätestens bei Betrachtung der Haushaltszahlen ist allen klar, wie wichtig es ist, Sehnde als Ort zum Leben und Wohnen genauso attraktiv zu halten wie als Standort für Gewerbe. Mir ist eine gute Zusammenarbeit und ein stetiger Austausch mit unseren Unternehmen wichtig. Sie sind Garant für einen wichtigen Standortvorteil und den Wandel von der Schlafstadt zur Kommune für Leben und Arbeiten.“
Auch der aufkommende Populismus, der Klimaschutz mit Blick auf Klimawandel und energetischer Sanierung sowie die steigende Digitalisierung werden 2020 Thema sein. „Ich bin aber der festen Meinung, dass nicht der technische Fortschritt, sondern die sozialen Beziehungen und der Zusammenhalt in der Gemeinschaft für unseren Erfolg in der Zukunft wichtig sind“, erklärte Kruse.

Ehrenamtliches Engagement

„Die Fragen, die sich Politik und Verwaltung meiner Meinung nach stellen müssen sind
Wie können wir Ehrenamt unterstützen? Und, wie können wir Menschen zusammenbringen?“, so Kruse, „ Hier haben wir auf kommunaler Ebene den großen Vorteil schnell und flexibel handeln zu können. Gepaart mit ehrenamtlichem Engagement haben Projekte wie GutKlima, der Sehnder Dialog und die Flüchtlingshilfe Sehnde Strahlkraft über Orts- und Gemeindegrenzen hinaus.
Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden an Bernd Henkel und Carl Jürgen Lehrke die Ehrenbürgerrechte der Stadt Sehnde verliehen. So war Henkel nicht nur ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Sehnde, sondern auch als Vertreter zum Beispiel in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Volkshochschule Ostkreis Hannover, für die Kreis- und Bezirksverbände sowie die Mitgliederversammlung im Niedersächsischen Städte und Gemeindebund aktiv. Er hat maßgeblich den Slogan „Sehnde – ganz nah draußen“ beeinflusst. Aktuell ist er Präsident des Lion Clubs Lehrte und Sehnde im Großen Freien.
Carl Jürgen Lehrke war bis 2019, 14 Jahre hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Sehnde. Er engagierte sich langjährig zum Beispiel in der evangelischen Kirche, dem Kulturverein sowie in führender Funktion in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Sehnde.
Für ihr bürgerschaftliches Engagement durch die Stadt Sehnde wurden weiterhin Roswitha Makrutzki, Dietrich Puhl und Rolf Konerding, der leider krankheitsbedingt der Veranstaltung fern bleiben musste, geehrt.
Roswitha Makrutzki ist seit über 30 Jahren ehrenamtlich aktiv, u.a. im Schützenverein Rethmar, in der Kirchengemeinde Rethmar (Leitung des Frauenkreises) und darüber hinaus, seit über 40 Jahren Mitglied der Gymnastiksparte des MTV Rethmar. „Unabhängig von den vielfältigen Ehrenämtern ist Roswitha Makrutzki immer zur Stelle, wenn eine Veranstaltung im Dorf Unterstützung braucht“, lobte der Bürgermeister.
Dietrich Puhl engagiert sich seit seinem 25. Lebensjahr in verschiedensten Einrichtungen ehrenamtlich. Ob Klassenelternschaft der Grundschule Höver, in der Orientierungsstufe Sehnde, als Schulelternratsvorsitzender der Hauptschule Sehnde oder an der KGS. Zudem war er hier Mitbegründer und Mitglied des Fördervereins. Jeweils 15 Jahre lang war er im Vorstand des Eissportclubs Bilm v. 1976 e.V. als Kassenwart sowie als stellvertretender Vorsitzender des Sportrings Sehnde aktiv. Darüber hinaus ist er aktiv für den Heimatverein „Unser Höver“ tätig.
Rolf Konerding ist bereits seit 1962 Mitglied in der Bürgerschützengesellschaft Bilm. Sehr früh übernahm er für den Verein Verantwortung: Vor 50 Jahren hat er die Funktion des Zweiten und anschließend nochmals 14 Jahre lang die Funktion des Ersten Schießsportleiters übernommen. Ab 1989 übernahm er das Amt des 1. Vorsitzenden und übte es 22 Jahre aus. Jahrzehntelang hat er das Dorfleben mit geprägt und hat den „Männertreff“ gegründet.
Durch die Region Hannover wurde Ortrud Mall, Flüchtlingshilfe Sehnde, geehrt.
„Ohne den Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre unsere Gesellschaft weniger menschlich, unsere Stadt weniger l(i)ebenswert“, so Olaf Kruse abschließend.