Schwerlastverkehr eingeschränkt

Ratsmehrheit begrüßt ALDI-Umsiedlung, CDU-Fraktion lehnt Flächenverbrauch ab

LEHRTE (r/gg). Die Koalition aus SPD, Bündnis90/Die Grünen und Linke im Lehrter Stadtrat ist weiterhin für die Entwicklung des Bauleitplanverfahrens für die beantragte Umsiedlung des ALDI-Logistikzentrums an den Rand der A2 in der Gemarkung Aligse. Das Zentrallager soll neu errichtet werden, da der bisherige Standort in Sievershausen zu klein geworden ist - so die Mitteilung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Licht. Mit Schreiben vom 26. September habe das Unternehmen seine Bereitschaft erklärt, einer Verfahrensänderung zuzustimmen und die geplante Umsiedlung im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans umzusetzen. Damit entspreche ALDI der gleichlautenden Forderung der Aligser Bürgerinitiative und der Lehrter CDU. "Die Ratsmehrheit sieht in den Änderungen, die ALDI anstrebt, ein erneutes Aufgreifen der Bedenken und Sorgen, die seitens der Anwohner geäußert wurden", schreibt Hans-Jürgen Licht.
Der jetzt von ALDI vorgeschlagene Verzicht auf ein Industriegebiet und weitere Einschränkungen bezüglich der LKW-Fahrten zeige das Interesse von ALDI, mit allen Akteuren einen Konsens zu suchen, so Ronald Schütz, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen. „Nun kann einer breiten politischen Mehrheit eigentlich nichts mehr im Wege stehen“, ergänzt Christoph Lokotsch, Fraktionsvorsitzender der Linken und verweist auf die Erfüllung der kurz vor der Bürgermeisterwahl erhobenen Forderung seitens der CDU nach einer Umstellung des Verfahrens.
Die Errichtung des geplanten Logistikzentrums ist für die Ratsmehrheit nach wie vor ein sinnvolles Vorhaben: „Hier geht es um mehr als 200 Arbeitsplätze, das kann uns nicht egal sein. 75 Lehrter Familien leben von diesem Einkommen und konsumieren hier im Lehrter Stadtgebiet. ALDI hat Betriebsräte, zahlt Tariflöhne und bildet junge Menschen aus. Das entspricht den Anforderungen, die wir als SPD-Grüne-Linke an ein verantwortungsbewusstes Unternehmen stellen“, schreibt Hans-Jürgen Licht. Und weiter: „Wir sehen uns als verlässlicher Partner in Sachen kommunaler Wirtschaftsförderung, so lange unsere Rahmenbedingungen für gute Arbeit erfüllt sind.“
Eine Stellungnahme zum Thema gibt Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, CDU-Fraktionsvorsitzender: "Die Fraktion CDU spricht sich gegen die Ansiedlung von weiteren großen Logistikzentren aus. Hierzu gehört auch die Ansiedlung von ALDI im Bereich der A2/Aligse." Die Eingriffe in die Interessen der Aligser, Röddensener und Lehrter Bevölkerung seien erheblich, der entstehende Lärm und Flächenverbrauch ebenso, so seine Mitteilung. Der geplante Baukörper würde in seinen Ausmaßen den Bereich zwischen Aligse und der Autobahn so stark prägen, dass beispielsweise eine Wohnbebauung im Ortsanschluss Aligse in Richtung Westen nur schwer möglich wäre. Der Lärmschutz könnte vielleicht durch aufwendige Maßnahmen hergestellt werden. In jedem Fall drohe eine bereits angekündigte gerichtliche Überprüfung mit unsicherem Ausgang, denn es stehe ein starkes bürgerliches Engagement gegen die Ansiedlung von ALDI. Ausschlaggebend sei für die CDU-Fraktion das Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl in Aligse und Röddensen, das eine klare demokratische Absage an die Ansiedlung war. Dieses, in Verbindung mit der Tatsache, dass das Verfahren - egal ob als vorhabenbezogener oder angebotsbezogener Bebauungsplan - eine nicht endende, den Ortsfrieden gefährdende Geschichte mit unsicherem Ausgang würde, habe die CDU zu dieser Entscheidung gebracht.