Schutthaufen sorgt für Wehmut

Das alte Sportheim haben viele TSVler als die Wiege des Fußballs erlebt. Der Abriss lässt Erinnerungen wach werden. (Foto: Jörg Schwieger)

Abriss des alten Sportheims, TSVler nehmen Abschied von ihrem Boxhoop

SIEVERSHAUSEN (r/gg). Das alte Sportheim ist abgerissen worden, was unter den TSVlern mit Wehmut begleitet wurde. "Immer wieder sah man kleine Gruppen vor ein paar Containern und einem Bagger stehen, die angeregt in Erinnerung schwelgten. Die Natur hatte sich schon Platz zurückerobert, und vom Sportheim ist nur noch ein Haufen Schutt und bald gar nichts mehr übrig", berichtet der TSV-Vorsitzende Jörg Schwieger.
Rückblick: Im Jahr 1934 legten Mitglieder des Sportvereins auf rund einem Hektar Land der Realgemeinde einen Sportplatz an. Eine Turnerhütte auf der Nordseite des Platzes wurde als Umkleidekabine errichtet. Dieses erste Sportheim steht heute nicht mehr, ebenso wie eine später errichtete Tribüne, die einen Sturm nicht überstand. Im Jahr 1967 wurde dann das neue Sportheim auf der Südseite eingeweiht. Mit dem Bau des Sportplatzes am Schmiedeweg mitten in Sievershausen Anfang der 80er Jahre verlor der alte Platz, der Boxhoop, immer mehr an Bedeutung. Zunächst fanden dort noch Freundschafts- und Vorbereitungsspiele der Fußballer statt, bis der Spielbetrieb vollends eingestellt wurde. Der Platz wurde dann noch an den American Footballverein „Renegades Lehrte“ und an Inter Burgdorf untervermietet. Anschließend lag der Platz und das Sportheim brach. Eine weitere Untervermietung, beispielsweise für einen Hundesportverein, ließ sich aus verschiedensten Gründen nicht verwirklichen. Vandalismusschäden und Schmierereien setzten ein und weil der Verein verkehrssicherungspflichtig ist und keinen eigenen Nutzen mehr sah, beschlossen die Mitglieder den Abriss des Sportheimes und die Rückgabe der Sportanlage an die Realgemeinde. Die Abrisskosten reißen ein tiefes Loch in die Vereinskasse. „Leider wird nur der Bau von Sportstätten und nicht der Rückbau gefördert. Wir haben die Sportverbände, die Kommunalebene und sportfördende Stiftungen angefragt – Fehlanzeige,“ erklärt Jörg Schwieger. Er bedauert den Abriss: „Auch ich musste beim Anblick des Schutts eine Träne wegdrücken, denn schließlich habe ich dort das Fußballspielen gelernt und viele Spiele bestritten. Nach der Santelmannschen Wiese, wo zunächst gekickt wurde, ist der Boxhoop sicherlich die Wiege des Sievershäuser Fußballs,“ stellt er heraus. Hier feierte der TSV ruhmreiche Siege und musste bittere Niederlagen hinnehmen. „Unvergessen sind die vielen Aktionen und Feiern, die hier stattfanden. Die Himmelfahrtsturniere der örtlichen Vereine, die diversen Spanferkelessen, viele Feiern unter den alten knorrigen Bäumen, das gemütliche Beisammensein nach Spielen oder Trainingsabenden – das alles bleibt in Erinnerung,“ erklärt Schwieger. Und, „Wenn der Boxhoop erzählen könnte, es käme ein dickes Buch heraus,“ ist sich der TSVer sicher. Damit die Erinnerungen nicht gänzlich verblassen, bittet er um Unterstützung: Unterlagen, Bilder oder aufgeschriebene Geschichten sollen gesammelt und archiviert und für die jüngeren TSVler bewahrt werden.