Schulhoffest statt Abi-Streich

Abi-Party statt Abi-Streich gab es am Mittwoch auf dem Schulhof Manskestraße. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Friedliche Belagerung an der Manskestraße

LEHRTE (gg). Ein ausgewogenes Maß zwischen Rechten und Pflichten zu finden, beschäftigt nicht nur Schüler. Bekanntermaßen scheint es bei Abiturienten ein starkes Bedürfnis zu geben, beim Enden der Schulpflicht die eigentlich attestierte Reife mit einer Prise Anarchie zu würzen. „Die bisherigen Abi-Streiche sind aus dem Ruder gelaufen, deshalb haben wir daraus einen Projekttag gemacht“, sagt Markus Bauer, Lehrer am Gymnasium und offensichtlich mit viel Pragmatismus ausgestattet. Gefunden wurde in der Planungsphase für den Abi-Streich ein Kompromiss: Zwar übernahmen die Abiturienten am Mittwoch die Regie über das gesamte Gymnasium, Schüler aller Jahrgänge waren vom Unterricht quasi befreit, jedoch gab es statt der sonst obligatorischen Blockaden oder Barrikaden eine friedliche Alternative. Eine Bühne auf dem Schulhof Manskestraße, mit perfekter Tontechnik für Musik und Rap-Battles ausgestattet, bediente die natürlichen Schülerbedürfnisse nach Partystimmung und wirkte wie ein Magnet. Bei Temperaturen jenseits der 34 Grad dienten die mitgebrachten und viel benutzten Wasserpistolen nicht dem Angriff, sondern der Wohltat. Und die Container auf dem Schulhof, sonst als Klassenraum genutzt, erhielten eine Umwidmung. Markus Bauer sagt: „Sie sind klasse in ihrer wahren Bestimmung, denn die Schüler nutzen sie heute als Hot-Dog-Küche. Das ist toll, denn im Container ist es so heiß, da brauchen wir gar keine Töpfe auf Herdplatten zu stellen.“ Eine eigens für Lehrer aufgebaute Lounge wurde gern genutzt. „Hier haben wir gute Übersicht. Man kümmert sich um uns. Es gibt Kaffee. Was will man mehr“, so der Tenor von den Bänken im Schatten der Bäume.