Schulhof-Party mit Ehemaligen und Aktiven

„Alles toll!“ Die Klasse 9a findet ihre Schule samt Lehrer durch und durch cool. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Möchten am liebsten nochmal die Schulbank drücken: Die Ex-Realschüler Petra Kieselbach (v.l.), Reiner Beilfuß und Claudia Grumser schwelgten auf dem Sommerfest in Erinnerungen – dabei half die Ausstellung. (Foto: Susanna Veenhuis)
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Ein Beitrag von Susanna Veehuis - 50 Jahre Realschule: Ausstellung „Schule im Wandel“

LEHRTE (sv). „Weißt du noch...“ war wohl der am meisten gebrauchte Satzanfang beim Sommerfest der Realschule. Zum Abschluss der Festwoche zum 50-jährigen Bestehen der Schule hatte das Festkomitee zu einer zünftigen Schulhof-Sause mit Speise- und Getränkeständen und Musik aus der Konserve eingeladen, bei der sogar das Wetter mitspielte. Viele Ehemalige, Schüler wie Lehrer, nutzten die Gelegenheit, vergangene Zeiten noch einmal aufleben zu lassen.
Wirkungsvolle Hilfestellung leistet dabei die Ausstellung „Schule im Wandel“, zu der die Schüler nicht nur Fotomaterial und Berichte vergangener Schulereignisse von der Gründung 1965 über die Jahre bis heute zusammengetragen hatten. Auch die damalige Politik, zeitgenössische Kinofilme, Musikhits und Neuentwicklungen fanden Eingang in die umfangreiche Präsentation.
So wurden Betrachter daran erinnert, dass sich 1975 Entscheidendes für junge Leute änderte: Die Volljährigkeit wurde von 21 auch 18 Jahre herabgesetzt. 1976 schienen die gelben Plastik-Regenjacken, genannt „Ostfriesennerz“, schwer in Mode gewesen zu sein, wie ein Foto von einer Klassenfahrt nach Berchtesgaden zeigt. Jonas Grosse (16) sorgte mit Hits ab 1965 für die passende musikalische Untermalung aus dem Computer.
So zeigt ein Plakat, dass 1979 der Walkman erfunden wurde. „Wer einen hatte, war König“, erinnerte sich Petra Kieselbach (38). Sie fand ihren damaligen Klassenlehrer Uwe Prinz sehr nett und hat vor allem vom guten Englischunterricht sehr profitiert. Als Abschlussstreich hatte sie mit ihrem Jahrgang unter anderem einen Trabbi komplett mit Klopapier eingewickelt.
Peter Kohn war der Klassenlehrer von Claudia Grumser (50). „Wir hatten ihn in Deutsch und Geschichte, der Unterricht bei ihm war super“, sagte sie. In Verkleidung sei sie zum Abschluss mit ihren Mitschülern durch die Stadt gezogen, man habe heimlich Alkohol getrunken, gestand sie.
„Hey, Phosphorhose!“ So wurde Reiner Beilfuß (48) von einer ehemaligen Klassenkameradin begrüßt – wollte aber über den Ursprung dieser Anrede lieber schweigen. Seine Klassenlehrerin Käthe Kahlke hatte die Angewohnheit, gegen die Heizung zu treten, wenn diese gelegentlich in hohem, nervenzerfetzendem Ton pfiff, erinnerte er sich.
Tüftler Beilfuß gelang es, ein Gerät zu bauen, das diesen Ton genau nachahmte. So ließ er das Geräusch ertönen und schaltete in dem Moment aus, wenn die Lehrerin gegen die Rohre trat – an diesem Tag zur Belustigung ihrer Schüler -zigmal. „Wir haben uns totgelacht!“
Die heutige Schülergeneration spielt ihren Lehrern keine Streiche – sagten sie zumindest. „Das ist recht seriös, wir sind hier alle nett zueinander“, berichtete Leon Trick (16) aus der 9a. „Die Lehrer sind nett, und wir haben eine gute Klassengemeinschaft“, pflichtete ihm der gleichaltrige Faoad Miro bei.
Madita Schrader fand ebenfalls „alles toll, besonders Deutsch und Geschichte!“ Carsten Pimm lobte die gute Organisation der Feierlichkeiten.
„Wir haben tolle Schüler, sie leben die Schule mit uns, es gibt einen respektvollen Umgang miteinander“, bestätigte Lehrerin Karen Plate die Aussagen der Neuntklässler. „Ich wurde an diese Schule abgeordnet und bin froh darüber – der höfliche Umgang miteinander ist mir gleich positiv aufgefallen“, sagte Lis Schlegel. Nicole Weinert schätzt es sehr, dass auch die Eltern so engagiert mitarbeiten.
"Damals konnten wir es gar nicht erwarten, dass die Schule zu Ende geht, da wusste man noch nicht, wie es im Berufsleben zugeht“, sagte Claudia Grumser. Petra Kieselbach schwärmte: „Jetzt möchte man am liebsten nochmal Schülerin hier sein!“