Schützenfest Hämelerwald stand bereits im Zeichen des heran nahenden Ortsjubiläums

Der Festumzug des Hämelerwalder Schützenfestes stand bereits ganz im Zeichen des kommenden Ortsjubiläums. Im historischen Bahnwagenoutfit war so auch der Festwagen der Junggesellschaft mit dem Zusatz "150 Jahre Hämelerwald" versehen. (Foto: Walter Klinger)
 
Sie konnten es kaum erwarten und marschierten bei dem um einen Monat gegenüber dem gewohnten Termin "verspäteten" Schützenfest schneller denn je: Hauptmann Marco Mahlitz hatte den Gemeindeschlüssel schon in den Händen, bevor dessen Übergabe am Gemeindebüro überhaupt angesetzt war! (Foto: Walter Klinger)

Im Jahr nach dem Hagel feiern die Hämelerwalder unbeschwert . . .

HÄMELERWALD. Sie konnten es kaum erwarten: Wegen der Ferien (weil sie für ihr Festzelt den Parkplatz des Schulzentrums benötigen) mussten die Hämelerwalder in diesem Jahr einen Monat länger auf ihr beliebtes traditionelles Schützenfest warten. Und marschierten bei dessen Eröffnung prompt schneller. Hauptmann Marcus Malitz ließ verzweifelt kleine Umwege marschieren, es half nichts: Am Gemeindebüro hatten die drei Korporationen den Gemeindeschlüssel (und die Grußworte von Ortsbürgermeister Dirk Werner) bereits abgeholt, bevor überhaupt die dafür geplante Uhrzeit erreicht war. Nun ja, dafür wurde an den nächsten Stationen eben länger verharrt und gefeiert . . .
Viele der Kostüme beim Scheibenausbringen und auch der Festwagen der Junggesellschaft waren bereits auf das nächste Großereignis ausgerichtet: die Hämelerwalder 150-Jahr-Feier Mitte Oktober. So gingen die Bürgercorps-Damen in Wald- und Fliegenpilz-Kostümen, hatte die Junggesellschaft ihren (Zug-)Festwagen bereits mit dem Zusatz "150 Jahre Hämelerwald" geschmückt und bot die Tickets zur Mitfahrt mit dem Zusatz "Zeitreise 1864 - 2014" an.
Im "Norderney Lehrtes" kann sich Ortsbürgermeister Dirk Werner über 20 aktive Vereine freuen, die Mitte Oktober das Jubiläumsfest gestalten werden und sich traditionell auch im Festumzug der Schützen zeigten, der nach sieben Grad Grundtemperatur im (abends aber von der Tanzband "Tin Lizzy" und mehreren hundert Besuchern "aufgeheizten", vom neuen Festwirt Tim Dralle bestens bewirteten) Festzelt endlich auch die Sonne heraus lockte.
Zuvor hatten einige Regenschauer die Schützen gefordert, die aber nichts ausließen; vor allem nicht die Kranzniederlegung mit dem Ortsrat und zur Trompetenbegleitung durch Walter Schwart im Gedenken an die Kriegsopfer - und anschließend mit Gedenkgestecken auch an jene, für die bis vor kurzem das Schützenfest noch das schönste Fest im Ort gewesen war.
Kaum den Gemeindeschlüssel in der Hand, gaben die Schützen ihrem Ortsbürgermeister, mit Blick auch auf das bevorstehende Jubiläumsfest, aber noch eine Hausaufgabe mit den Weg: Warum es denn in diesem Jahr die Genehmigung für das Aufhängen des Festbanners in der Bahnunterführung gegeben habe, wollte Oberst Andreas Mücke in seiner Ansprache wissen. Wer habe da "gemauert", die Stadt, die Straßenmeisterei des Landes oder die Bahn? Dirk Werner und sein Ortsrat werden das komplizierte (Wege-)Recht nun klären . . .
Der Ortsbürgermeister wie der Herr Oberst sprachen auch die Hagelkatastrophe während des letztjährigen Schützenfestes an - mit Dank an und in absolutem Respekt vor der Freiwilligen Feuerwehr Hämelerwald, deren Aktive damals die ganze Nacht durchschufteten, aber dennoch am nächsten Mittag wieder rechtzeitig auch beim Fest Präsenz zeigten.
Die "Ohren angelegt" (Bürgercorps-Schützenkönig Dietrich Zok, dessen Sohn und Vorjahreskönig Sebastian die Gemeindescheibe der Schützen holte) haben beim diesjährigen Schützenfest Ortsrat wie Schützen auch bei den Schießergebnissen der Büger/innen auf der schon zum Ortsjubiläum dekorierten Gemeindescheibe: Sieger Marc-Sebastian Deutzer gelang mit einem sensationellen 4,5 Teiler der beste Schuss aller Schießwettbewerbe, auch die beiden nächstplatzierten Bürger rangieren jetzt unter den "Top 10" der Hämelerwalder Schießergebnisse (die drei Schützenkorporationen der Ortschaft waren hoffentlich so pfiffig, diese Schießsporttalente gleich mit Aufnahmeanträgen zu versorgen, Anm.d.Red.).
Vorerst noch mit einer Samstag an der Schießbude ermittelten Königin (Tessa Ehlert) positionierten sich beim Schützenfest auch die erst 30 Tage zuvor gegründeten "Pinacoladys", im wesentlichen die Damen der Hämelerwalder Junggesellschaft, im Festgeschehen und in der Ortsgemeinschaft. Die übrigen (und zur Freude ihres Schützenvolkes überaus gut gelaunten) Schützenmajestäten - darunter Bürgercorps-Damenkönigin Marina Bresler, KKS "Tell"-Königin Stefanie Rohrig, KKS-Jugendkönig Michel Oschem sowie Junggesellenkönig Ronny Mertke - nahmen den Neuzuwachs gern in ihre Mitte. Wie es Mitte Oktober auch bei dem Fest "150 Jahre Hämelerwald" für alle sein wird, die daran aktiv mitwirken (oder mitfeiern) wollen . . .
Die Regenschauer zwischendurch störten die Ausmärsche des Schützenfestes nicht. Lediglich ein Pkw, der beim Scheibenaufhängen im Heidegrund zwischen dem halb auf der Straße stehenden und gegenüber parkenden Wagen durch wollte, passte nicht ganz durch die Mitte, wobei die Fahrerseite zerschrammte. Trotz ihrer für den Festwagen gelösten Tickets mussten die Junggesellen deshalb (während der Unfallaufnahme durch die Lehrter Polizei) nach der ersten Station beim Scheibenausbringen zu Fuß weitermarschieren - aber auch das war wohl nur eine Vorübung für das, was viele von ihnen am nächsten Tag beim Lokführerstreik erwartete . . .