Schüler stärken die Gemeinschaft

Die Konfliktschlichter der Realschule Lehrte (hinten, von links): Toni Bierwolf und Johann Benecke; Dileila Yatar (vorne, von links), Elisha Saß und Selina Kaska. (Foto: Janine Weidmüller)
 
Lehrerin Mareke Elouardi (hintere Reihe, von links), Schulleiter Markus Böhm, Dileila Yatar, Elisha Saß, Selina Kaska, Lehrerin Jutta Jurke; Toni Bierwolf (vordere Reihe, links) und Johann Benecke. (Foto: Janine Weidmüller)

"buddY-Programm" an der Realschule absolviert

Lehrte (r/gg). „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander Lernen.“ Unter diesem Motto steht das buddY-Programm zur Förderung der sozialen Kompetenz von Schülern.
Im November 2018 begannen die Lehrerinnen Katrin Klausmann, Mareke Elouardi und Jutta Jurke eine Fortbildung als Coaches. Die Schüler der Realschule wünschten sich im Rahmen einer Befragung, dass die Hausaufgabenhilfe und Konfliktschlichtung vertiefend angegangen werden sollten. Während einer Fortbildung wurden die Lehrerinnen bei der Gründung der Projektideen unterstützt und starteten im Schuljahr 2019/2020 damit, die Konfliktschlichter im damaligen Jahrgang acht Dileila Yatar, Elisha Saß, Selina Kaska, Toni Bierwolf und Johann Benecke zu rekrutieren. „Unser Ziel war es, die Jugendlichen bis zum Sommer 2020 auszubilden und ein Prüfungskolloquium im Heideheim in Bissendorf Wietze abzuhalten“, so Lehrerin Jutta Jurke. Diese Planung wurden durch Corona stark beeinflusst, sodass die endgültige Prüfungsabnahme erst im November 2020 erfolgen konnte. Auch Johann Benecke bedauerte: „Durch Corona konnten wir unsere Fahrt nicht machen.“
In einer AG wurden die Schüler einerseits zu Konfliktschlichtern, aber auch zu Klassenpaten für die neuen Fünftklässler ausgebildet. Sie gestalteten den Ausbildungsverlauf durch eigene Ideen und Planung aktiv und selbstorganisiert mit und partizipierten an vielen Entscheidungsprozessen. „Wir haben vor allem dabei mitgemacht, um unserer Schule zu helfen und sie zu unterstützen“, erklärt Toni Bierwolf seine Motivation beim buddY-Programm mitzumachen. Dileila Yatar freut sich insbesondere auf die neuen Fünftklässler, denen sie als Klassenpatin zur Seite stehen möchte. Am vergangenen Dienstag erhielten die Schüler ihre Urkunden als Konfliktschlichter.
Zudem wurde die Realschule erneut als "buddY-Schule" von der Vodafone-Stiftung zertifiziert. Seit vielen Jahren läuft bereits ein anderes buddY-Projekt von Lehrerin Angelika Spiekermann, das „internationales Kochstudio“ - so der Bericht von Lehrerin Janine Weidmüller. Hier die Antworten der Teilnehmer zu ihrer Motivation.
Warum habt ihr mitgemacht?

Dileila Yatar: Ich habe mitgemacht, weil meine Freundinnen Adeline und Elisha sich dort angemeldet haben und zu mir gesagt haben, dass es eine coole AG ist und das ich auch mitmachen soll.

Elisha Saß: Ich habe bei der AG mitgemacht, weil ich Menschen beim Lösen ihres Problems gerne weiterhelfe. Außerdem finde ich es sehr schön, wenn Schüler die ein Problem haben zu mir kommen und mir dann auch vertrauen. Und man lernt dadurch auch viele Schüler kennen.

Toni Bierwolf: Ich habe mitgemacht, weil ich der Schule helfen und sie unterstützen wollte.

Johann Benecke: Ich habe bei den Konfliktschlichtern angefangen, weil ich der Schule helfen und die Lehrer entlasten will.

Was habt ihr während der Ausbildung gelernt?

Dileila Yatar: Ich habe gelernt, wie ich mit Hilfe von 5 Phasen einen Streit schlichten kann. Wie man am besten mit Menschen, die in einem Streit sind, reden sollte, auf welche Fragen man in bestimmten Situationen eine gehen sollte und dass im Team alles einfacher geht.

Elisha Saß: Während der Ausbildung habe ich sehr viel gelernt, wie man Vertrauen gewinnt oder auch, wie man zu einem guten Ergebnis kommt, womit die Streiter auch einverstanden sind. Außerdem lernt man in der Ausbildung, wie man richtig einen Streit klärt und wie man vorgehen muss. Man lernt auch was man in schwierigen Situationen zu tun hat, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen.

Toni Bierwolf: Während der Ausbildung haben wir Vieles gelernt: Am Anfang die Leute nett zu begrüßen und am Ende den Streit zu lösen.

Johann Benecke: Während der Ausbildung haben wir gelernt, uns in andere Personen hineinzuversetzen und Streitigkeiten zu schlichten.

Inwieweit hat Corona die Ausbildung beeinflusst?

Dileila Yatar: Ich finde schon, dass Corona die AG sehr beeinflusst hat. Wir sollten eigentlich Ende der 8. Klasse eine kleine AG-Fahrt machen und dort unsere Prüfung durchführen und in der 9. Klasse schon anfangen, als Streitschlichter einsatzbar sein. Durch Corona hat sich alles nach hinten gezogen und wir konnten leider unsere Fahrt nicht machen. Dann wollten wir eine kleine Feier machen, um die Urkunde zu bekommen. Die konnten wir leider auch nicht machen, wegen Corona. Aber am Ende haben wir es alle geschafft und sind glücklich darüber.

Elisha Saß: Durch Corona konnten wir leider nicht zu unserer kleinen ,,Klassenfahrt" fahren, wo wir unsere Ausbildung machen wollten. Dazu hat sich auch die Ausbildung sehr weit gezogen, da die Schulen zwischendurch schließen und wir den Stoff nachholen mussten. Außerdem hatten wir leider noch keine Möglichkeit, echten Streit zu lösen, was für mich persönlich sehr schade ist.

Toni Bierwolf: Corona hat die Ausbildung schon ziemlich beeinflusst. Da wir immer, wenn der Lockdown kam, aufhören mussten mit unserer Arbeit.

Johann Benecke: Corona hat die Ausbildung beeinflusst, da wir nicht unsere Fahrt machen konnten.

Habt ihr Ängste oder Sorgen in eurer Funktion als Konfliktschlichter?

Dileila Yatar: Natürlich hat man Angst, dass die ganze Arbeit umsonst war, dass keiner zu uns kommen wird und dass man auch vielleicht die Unterstützung von den Lehrern nicht hat. Wenn zum Beispiel die Kleineren einen Streit haben, dass sie nicht zu den Kindern sagen, ihr könnt zu den Konfliktschlichtern gehen.

Elisha Saß: Also Ängste würde ich nicht sagen, weil wir gut vorbereitet worden sind, aber man hat natürlich Sorgen, dass man etwas falsch machen könnte oder es nicht schafft.

Toni Bierwolf: Ich habe keine Angst in der Funktion als Konfliktschlichter, da ich finde das wir gut vorbereitet worden sind.

Johann Benecke: Ich habe keine Sorgen, da wir alles gelernt haben.

Worauf freut ihr euch an der Arbeit am meisten?

Dileila Yatar: Ich freue mich am meisten darauf, dass ich den Kindern helfen kann, einen Streit zu schlichten und dass sie einsehen, Fehler gemacht zu haben und wieder Freunde sind. Mein Ziel ist es, dass jeder, der zu uns in den Raum kommt, glücklich und zufrieden den Raum verlässt.

Elisha Saß: Wenn es Corona ENDLICH zulässt und wir Streitigkeiten klären dürfen! Ich freue mich am meisten darauf, neue Leute kennenzulernen und natürlich dann auch Streitigkeiten zu lösen.

Toni Bierwolf: Ich freue mich am meisten darauf, den Streit mit den Leuten zu lösen.

Johann Benecke: Ich freue mich am meisten darauf, das Gelernte anzuwenden.