"Schmidt trifft Schmidtchen"

Die 97-jährige Helga Ernst profitiert von den Telefonkontakten mit der jungen Generation. (Foto: Privat)

Kreatives im Kirchenkreis zum Verbinden von Jung und Alt

Lehrte (r/gg). Ältere Menschen, aber auch Jugendliche traf und trifft sie besonders: die Isolation und Vereinsamung aufgrund der Corona-Pandemie. Neben anderen ist das besonders Sophie Anca aufgefallen, der Beauftragten für Alten- und Altenheimseelsorge im Kirchenkreis Burgdorf. So kam die Pastorin auf den Gedanken, Senioren mit Schülern in das Gespräch zu bringen und brachte Anfang Oktober in Kooperation mit dem Gymnasium Lehrte das Projekt „Schmidt trifft Schmidtchen“ nach Lehrte. „Lebensneugierige und Lebenserfahrene zu vernetzen, ist das Ziel des Projekts“, sagt Sophie Anca, die mit einer viertel Stelle in der Seniorenarbeit im Kirchenkreis aktiv ist.
Als Katalysator für den Austausch zwischen den Generationen holte die Pastorin den "Dialog im Dunkeln – Verein zur Förderung der sozialen Kreativität aus Hamburg" ins Boot. Der schult in dem Projekt „Schmidt trifft Schmidtchen“ die Schüler mit professionellen Coaches für den Austausch mit älteren Menschen. Den Jugendlichen werden Grundlagen der Empathie und des aktiven Zuhörens vermittelt. Außerdem lernen sie, worauf man in der Kommunikation mit älteren Menschen achten sollte. Am Ende des Projektes erhalten sie ein Zertifikat über ihr soziales Engagement. Auch die Senioren werden während des Projektes begleitet. Sie haben regelmäßig Kontakt mit Pastorin Sophie Anca und der Seniorenbegleiterin des Vereins. Vor dem Austausch füllen Jung und Alt Steckbriefe aus, damit so passende Paare zueinander finden.
So haben sich rund zehn Schüler des elften Jahrgangs des Gymnasiums Lehrte unter Leitung ihrer Religionslehrerin Ines Walkling bereit erklärt, für acht Wochen Telefon-Patenschaften zu übernehmen. „Ein offenes Ohr füreinander, Interesse aneinander, und ein funktionierendes Telefon – mehr braucht es nicht, um teilzunehmen“, sagt Sophie Anca.
Durch die Initiative ist aufgrund der Corona-Pandemie eine ungewöhnliche Kooperation zwischen der Alten- und Altenheimseelsorge Kirchenkreis, dem Gymnasium Lehrte und dem Projekt „Schmidt trifft Schmidtchen“ entstanden. „Jetzt sind wir alle miteinander gespannt, wie sich die Gespräche und Kontakte in Lehrte in den nächsten Wochen entwickeln werden“, sagt Sophie Anca, die neben ihrer Aufgabe in der Alten- und Altenheimseelsorge Pastorin der Lehrter Markus-Kirchengemeinde ist. Sie hofft, dass sich in Zukunft auch andere Gemeinden und Schulen dem Dialog der Generationen stellen. Zwei andere Kirchengemeinden im Kirchenkreis Burgdorf haben schon ihr Interesse bekundet.
Superintendentin Sabine Preuschoff sagt: "Das Projekt in Lehrte ist ein Musterbeispiel dafür, wie sehr bei gelingenden Kooperationen von Kirchengemeinden mit anderen Akteuren im Sozialraum alle nur voneinander profitieren können, die Kirchengemeinde, sicher auch das Gymnasium, die Initiative und vor allem die Schüler sowie die Senioren.“