"Schauderhafte Aussichten"

Landesamt bestätigt Wolfsangriff, Rudel mit Wiederholungstätern aktiv

Immensen (gg). Nach dem Tod des Ponys Caesar Ende Juni auf einer Wiese am Ortsrand gibt es jetzt behördliche Bestätigung zum Wolfsangriff und detaillierte Informationen. Der vom Landesamt bestellte Wolfsberater Thomas Behling, Revierförsterei Beerbusch, teilt auf Marktspiegel-Nachfrage mit: „Der Status hier im Raum Burgdorf ist von residentem Wolfspaar auf Wolfsrudel geändert worden. Dies erfolgte auf Grund eines Wildkamera-Fotos, auf dem eine laktierende Fähe zu erkennen ist. Die Welpen sind bislang weder fotografiert noch gesehen worden. Die Welpen sind jetzt geschätzt acht Wochen alt und entfernen sich in diesem Alter nicht weit von der Wurfhöhle. Ausflüge über größere Strecken können sie gar nicht unternehmen.“
Als geschädigte Pony-Besitzerin hat Melanie Schaper Auskunft im zuständigen Landesamt für Umweltschutz eingefordert. Demnach seien per DNA-Analyse aus Gewebeproben vom toten Pony zwei Wölfe identifiziert worden, die als Wiederholungstäter eingeordnet werden. So hat der Wolf mit der Nummer GW950M zuvor schon vier Mal seine DNA-Spuren nachweisbar gemacht: im Februar 2018 an zwei toten und einem verletzten Schaf in Prabsdorf-Dannenberg, im November 2018 an einem toten Schaf in Lehrte-Immensen, im Februar 2019 an einem Tier Gatterwild in Altmerdingsen-Uetze und im Dezember 2019 an sechs Schafen in Burgdorf. Die am aktuellen Immenser Ponyriss beteiligte Wölfin mit der Nummer GW1423F hat im Dezember 2019 in Burgdorf zwei Schafe getötet und im Januar 2020 drei Schafe in Abbensen-Edemissen. Nach Meinung von Melanie Schaper gibt es dringenden Handlungsbedarf im sogenannten Wolfs-Management des Umweltministeriums. Sie gibt zu bedenken: „Bald haben wir den Wolf flächendeckend und wir keine Tiere und Freiheiten mehr. Kein Picknick im Wald, keine Wandertage für Schul- und Kindergartenkinder.“ Die vom Landesamt empfohlenen Strom-Schutzzäune für Weidetiere sieht Melanie Schaper kritisch. Die Aussicht auf Hochspannungskäfige in der Landschaft, an denen sich zudem Reh, Hase und weitere Wildtiere verletzen, sei schauderhaft.