Sankt Martin reitet auf seinem weißen Ross voran

Mit Spiel- und Singstücken stellten die Schüler in der voll besetzten Kirche die Geschichte um den heiligen Martin dar. (Foto: Susanna Veenhuis)

Bernwardschule feiert Martinsfest mit Gottesdienst und Laternenumzug

LEHRTE (sv). Angetan mit goldenem Römerhelm mit einem rotem Feder-Iro darauf sowie einem schimmernden roten Umhang reitet Sankt Martin auf einem weißen Ross durch die Straßen Lehrtes. Hinter ihm ein langer Zug mit Fackel- und Laternenträgern, vor ihm eine Art besondere blaue Blitz-Laternen: Mit Blaulicht sicher geleitet von der Polizei zogen die Schüler der St. Bernward-Schule hinter Ross und Reiter von der Katholischen Kirche an der Feldstraße auf der Wester- und Wilhelmstraße und schließlich wieder auf der Feldstraße zu ihrer Schule. Lehrerin Monique Kölling und ihre Freunde begleiteten den Zug musikalisch mit Posaune, Saxophon, Trompete und dicker Pauke und spielten viele Martins- und Laterne-Lieder.
Zum ersten Mal durfte Magdalena Litza beim Umzug zum Martinsfest der Schule den Heiligen Martin verkörpern. Dank des prunkvollen Helms und Umhangs wirkte die Zehnjährige auf der großen weißen Hannoveraner-Stute Surprise nicht ganz so verloren. Vorher hatte ihre Mutter Karo drei Male diese Rolle gehabt, nun führte sie die 25 Jahre alte und mit dem Umzug vertraute Stute sicher bis zur St. Bernward-Schule.
Der Zug war beeindruckend lang, auch die Kirche war beim vorangegangenen Gottesdienst proppenvoll gewesen. Neben den 160 Schülern, von denen einige im Chor sangen, andere die Geschichte von dem römischen Soldaten und seiner Begegnung mit einem armen Mann dort aufführten, waren natürlich auch Eltern und Geschwister, Großeltern und weitere Verwandte mit von der Partie. Diakon Werner Mellentin vertrat Pfarrer Franz Kurth, der derzeit in Indien weilte. Werner Mellentin erklärte kindgerecht Bibelzitate und brachte seine junge Gemeinde mit nachdenklichen Fragen dazu, selber auf das Besondere an der Geschichte zu kommen: Man muss mit dem Herzen sehen, dann sieht man auch die Notleidenden, lautete das Ergebnis des Dialogs. Mit den Worten „Wir wünschen uns ein weites Herz, um für die da zu sein, die uns brauchen“ entließ Werner Mellentin Kinder und Eltern für den Umzug und das anschließende Fest auf dem Schulhof.
Dort wurden sie schon von Schulleiterin Melanie Thirey-Vodovoz und Lehrerin Bernadette Giere erwartet, die fürsorglich die Fackeln löschten, bevor sich deren Träger in das Getümmel stürzten zum Stockbrot-Backen oder Toben auf dem Schulhof. Einige suchten sich am Bücherstand Lesestoff für gemütliche Stunden im dunklen Herbst oder auch schonmal ein paar Weihnachtsgeschenke aus. Unendlich viele Lichtpunkte aus einem Projektor belebten das ehrwürdige Schulgebäude aus dem Jahr 1890 mit beweglichen bunten Sternchen. Erstmals war auch der Spielplatz beleuchtet, die Kinder nahmen die Klettergeräte lebhaft in Anspruch. Andere zeigten sich gegenseitig ihre selbstgebastelten Laternen – wie beispielsweise Lotta (6). Sie war auf ihre Fuchs-Laterne ganz stolz.