„Rote Laterne“ gegen das Plattmachen der „Lehrter Berge“

Mit der roten Laterne, einem Fahrradhelm und 50 Liter Bier im Fass beendete Björn Rust seine Ansprache mit politischen Spitzfindigkeiten. Anschließend freute er sich selbst auf ein kühles „Bierchen“. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)
 
Gewohnt charismatisch zog der Lehrter Bürgermeisterkandidat und Träger der Roten Laterne 2011 die Gäste im Festzelt beim diesjährigen Schützen- und Volksfest Lehrte in seiner - so will es die Tradition - Ansprache mit politischen Sticheleien zum Lachen und Nachdenken. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)

Ratsherr Björn Rust nahm ADFC und Polit-Gegner aufs Korn

LEHRTE. Der CDU-Bürgermeisterkandidat für Lehrte, Ratsherr Björn Rust, reimte, wie es die Regeln für den Träger der „Roten Laterne“ des Lehrter Ratsschießens beim Gemeinsamen Frühstück im Festzelt der Kernstadt-Schützen vorsehen, „launige und politische Stichelei auf seine Mitbewerber“.
Deutlich war, wen er aufs Korn nahm: „Ein neues ,AKW' statt ,OBI' – so ist es eben soll es in Lehrte auch nicht geben. Die ersten Bagger, die wir gesichtet haben, konnten das Thema längst begraben.
Dass unsere Grünen auf Demo-Tour gehen, gegen Atomkraft - wer hat's übersehen? Neu hingegen für mich jedoch war's: Jetzt geht's auch gegen das Biogas, wir dachten jetzt ist alles im Lot, ,regenerative Energie' ist der Lösungscode.
So wird nun wohl auf allen Vieren der Hamster im Laufrad rotieren. Das Laufrad glüht, der kleine Nager schwitzt, während Ronald bei einem kühlen Bierchen sitzt. Aus Grünen Reihen solch tolle Ideen, da ist auch in Angies Augen ein Strahlen zu seh'n. Aus Deutschland was zu machen wär' nicht schwer, wenn da nicht immer dieser Rösler wär',“ frozzelte Björn Rust während die Frühstücksgäste im Festzelt vielfach laut lachten über diese Anekdoten.
Über die fahrradfreundliche Stadt Lehrte und den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) sagte er anschließend: „Sie ahnen es – jetzt komme ich zum ADFC. Man könnte sagen der „6-F-Club Lehrte“ (Freie – Fahrt – für – freie – Fahrrad – Fahrer). Für uns ist natürlich klar, wir sind heute ohne Auto da.
Mit neuen Ideen wird es ja nun auch gelingen, unsere fahrradfreundliche Stadt nach vorne zu bringen. Das ist gerade erst gewesen, vielleicht haben sie es auch gelesen. Der ADFC möchte, bitte nicht lachen, die Lehrter Berge platter machen.
Ohne sich im Geringsten zu generieren, würden sie alles gern planieren. Es stellt sich mir die Frage – den Schlaf sie mir raubt – wo sind diese Berge denn überhaupt?“.
Zu diesem Thema hatte Björn Rust noch so einiges zu Reimen und fand, nach einem kurzen Versprecher, über den alle Gäste herzlich lachen mussten, den „Faden“ wieder, um danach jedoch erst so richtig in Fahrt zu kommen: „Parkschlösschen heißt der geliebte Bau, nicht länger öde, nicht mehr grau,“ befand er. Leider habe man, so Rust, die Parkplätze vergessen, „das Grünflächenamt,“ so Rust mit der gewünschten politischen Spitzfindigkeit, „konnte ja nicht wissen, dass Autos dort auch parken müssen.“ Zur ausgebaggerten Bucht die „in aller Stille – Nachnutzung heißt ihr letzter Wille“, dort liegt, befand Björn Rust humorvoll: „Ich hätte da eine Idee, ich bin dran, es bietet sich prima als Hafen an. Das Becken ein bisschen tiefer gemacht und ein Fluss bis zum Lehrter Bach. Dann haben wir es, das ist der Dreh, eine Verbindung bis an die See.“
Bezüglich der Erfahrungen des Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens mit „Flussvertiefungen“ scherzte er weiter: „Es wäre doch schön und kommt bestimmt gut an, wenn jede Jacht aus Monaco nun bis ans Schlösschen schippern kann.“ Nach viel Beifall für die gewünscht unterhaltsame und komödiantische Rede des Trägers der „Roten Laterne“ spendete Björn Rust den Gästen im Festzelt 50 Liter Freibier.