Ringverkehr in der Testphase

Typisches Bild auf der Ahltener Straße: Stau in beide Richtungen. (Foto: Grüne Lehrte)

Grüne greifen Konzept des Forums Radverkehr auf

Lehrte (r/gg). Ändern möchten die Lehrter Grünen die Prioritäten auf der Ahltener und der Iltener Straße - die meistbefahrenen Straßen in Lehrte mit einer hohen Lärm- und Verkehrsbelastung für die Anwohner. Nach Ansicht der Grünen ist durch die derzeitige Verkehrsführung dort für alle zu wenig Platz - für Autos, für Radfahrer und auch für Fußgänger. Das sei insbesondere auf der Ahltener Straße gefährlich und soll sich ändern, damit Eltern ihre Kinder mit einem guten Gefühl selbständig zur Schule oder zum Sport fahren lassen können.
Die aktuelle Situation soll entschärft werden, indem eine vom Forum Radverkehr beschriebene Idee aufgenommen wird: Die beiden Straßen sollen zunächst in einer Testphase auf weiten Teilen in Einbahnstraßen umgewandelt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Ahltener Straße vom Land Niedersachsen in die Zuständigkeit der Stadt Lehrte übergeht. Durch die Maßnahme wird eine Art Ring für den Durchgangsverkehr im westlichen Teil von Lehrte erzeugt. Wer in Richtung Innenstadt oder Lehrte-Ost mit dem Auto oder dem Schwerlaster fährt, nutzt dann beispielsweise die Iltener Straße stadteinwärts und gegenläufig die Ahltener Straße stadtauswärts.
Die Grünen teilen mit: "Durch diese Maßnahme wird der Verkehrsfluss auf den beiden Straßen gleichmäßiger, die Lärm- und Abgasbelastung wird geringer und es entsteht Platz für sicheren und attraktiven Fahrradverkehr. Der nur begrenzt vorhandene Raum soll so gerechter zwischen den Verkehrsteilnehmern aufteilt werden, denn momentan beherrschen Kraftfahrzeuge beide Straßen." Teilsperrungen im Dezember 2020 hätten gezeigt, dass ein Verkehrschaos ausgeblieben ist und der Verkehr ohne größere Probleme geflossen sei, so Anwohner und Grünen-Vorstandsmitglied Sascha Baumgärtner, dem die Auswirkungen der damaligen Sperrung noch gut im Gedächtnis geblieben seien. Darüber hinaus sei zu erwarten, so seine Meinung, dass sich die geänderte Verkehrsführung positiv auswirke, falls die A2 gesperrt wird und sich der Verkehr in nur eine Richtung und durch die Entzerrung nicht mehr so stark staut.
In einer einjährigen Testphase soll untersucht werden, ob und wie sich die Maßnahmen auf den Verkehr in der Stadt auswirkt: Kommt es zu Verkehrsbehinderungen? Entsteht Ausweichverkehr in den Querstraßen? Sind mehr Menschen mit dem Rad und zu Fuß unterwegs? Mit provisorischen Radwegen auf beiden Straßen soll mit wenig Geld eine zeitgemäße Alternative ausprobiert werden.
Nach einer erfolgreichen Testphase soll es dann gemeinsam mit Anliegern und Verkehrsexperten daran gehen, eine langfristige bauliche Lösung zu finden. Neben Fußwegen, die zum Flanieren einladen, sicheren Radwegen und Parkraum für Anlieger mit öffentlich zugänglichen E-Lademöglichkeiten, gibt es den Wunsch mehr Grün in die Straßen zu bringen. Eine große Chance biete die in den nächsten Jahren anstehende Kanalsanierung in der Iltener Straße, die mit einem grundlegenden Umbau der Straße verbunden sein wird.
“Andere Städte wie Kopenhagen und Amsterdam machen es uns vor, wie aus vielbefahrenen Straßen, Verkehrsflächen für alle werden. Es hat sich gezeigt, dass die Aufenthalts- und Wohnqualität massiv erhöht wird, ohne dass ein Verkehrschaos entsteht. Dies wünschen wir uns auch für Lehrte”, so Armin Albat vom Forum Radverkehr und Grüne-Mitglied.