Richtige Winterfütterung kann jetzt Vogelleben retten!

Gewusst wie: Die richtige Winterfütterung kann jetzt Vogelleben retten! (Foto: NABU/Urlich Thüre)

NABU Niedersachsen ruft auf und gibt Tipps

HANNOVER/REGION (r/kl). Frostige Temperaturen und eine Schneedecke halten in diesen Tagen in Niedersachsen Einzug, schon der Gedanke daran lässt bibbern. Doch nicht nur wir Menschen werden mit der Kälte zu kämpfen haben, auch die Vögel werden von der Küste bis in den Harz darunter zu leiden haben. Grund genug für den Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen, darauf hinzuweisen, dass art- und tierschutzgerechte Winterfütterung jetzt viele Vogelleben retten kann.
„Der Energiebedarf der Vögel ist jetzt besonders hoch“, berichtete der NABU, „und je kälter es ist und bei schneebedecktem Boden wird es für die Vögel um so schwieriger noch eigenständig Nahrung zu finden. Die letzten Insekten und Spinnen sind in vereisten Winkeln kaum mehr zu entdecken, und leider sind Stängel und Sämereien sowohl in Gärten als auch an Wegrändern heute schon eine echte Ausnahme und andere Futterquellen wie zum Beispiel Beeren sind aufgebraucht.“
Deshalb rät der NABU zu einer mit Sachverstand durchgeführten Winterfütterung: „Sehr gut geeignet sind Futtersäulen und Futtertrichter, in denen das Futter, das aus energiereichen Sämereien bestehen sollte, nachrutschen und nicht verschmutzen kann. Vor allem Meisenvögel, aber auch Grünfink, Erlenzeisig, durchziehende Bergfinken, Zaunkönig, und andere profitieren davon. Für Amsel, Dompfaff, Kernbeißer und Co sind Futterhäuschen und Streufutter gut geeignet; diese sollten aber stets sauber gehalten werden, damit das Futter nicht durch Kot und Krankheitserreger verunreinigt wird. Und natürlich gehören die besonders energiereichen Fett- und Weichfutter, etwa für Rotkehlchen, und Fettblöcke zu einer ausgewogenen Winterfütterung.“
Wer Spaß an der Winterfütterung und am Beobachten von Amsel, Meise und Co hat, den ruft der NABU Niedersachsen auf, sich an der „Stunde der Wintervögel“ vom 6. Bis 9. Januar 2011 zu beteiligen. Mitmachen ist ganz einfach: Gefiederte Freunde bequem am Futterhaus im Garten oder vom Balkon aus beobachten, dem NABU melden und mit etwas Glück einen der attraktiven Preise gewinnen. Mehr dazu unter www.stundederwintervoegel.de.
Um die Winterfütterung zu erleichtern, hat der NABU „10 goldene Tipps zur Winterfütterung“ zusammengestellt:
1. Keine Speisereste vom menschlichen Speisen verfüttern – am gefährlichsten sind gesalzene Speisen!
2. Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden: Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet. Dazu zählen unter anderem Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen.
Ganz wichtig: Die Mischung macht´s! Für Körnerfresser wie Finken, Sperlinge und Ammern: Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen. Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Meisen, Amseln, Zaunkönig: Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie, Meisenknödel. Damit zum Beispiel Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze frei sein.
3. Keine Massenfutterplätze einrichten - sie begünstigen die Verbreitung von Krankheiten! Besser als große Futterhäuser sind Futtersäulen und Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist.
Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist. Mehrere Futtersäulen und -trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern.
Für Fasane, Rebhühner und andere können so genannte Bodenschütten aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht, und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können. An ihnen sammeln sich oft auch Mäuse, eine willkommene Nahrung für die hungernden Greifvögel und Eulen!
4. Fettblöcke und -kolben sind hervorragende „Energiebomben“ für Meisen, Schwanzmeisen und andere Vögel. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, auch mit Insekten- und Waldfruchtanteil, ebenso mit speziellen, leicht zu säubernden Halterungen. Auch Futterringe sind sehr gut geeignet; sie verfügen neben dem Fett über einen hohen Saatenanteil.
5. Eine gute Vitamingabe, die besonders gern von Amseln genutzt wird, sind getrocknete (ungeschwefelte!) Rosinen und Apfelhälften, die auf den Boden gelegt werden.
6. Niemals abgelaufenen Futtermischungen oder Fettblöcke kaufen! Auf das Haltbarkeitsdatum achten, keine ranzige Ware einsetzen!
7. Den Futterplatz/die Futterplätze katzensicher anlegen. Futterspender mit genügend Abstand zur nächsten Glasscheibe (mindestens zwei Meter) platzieren.
8. Futterhäuser/-trichter und ähnliche abends befüllen, da die Vögel bereits in der sehr zeitigen Morgendämmerung einen großen Energiebedarf haben.
9. Futterstellen niemals mit Seife oder Chemikalien reinigen. Nur warmes Wasser und bei Bedarf eine Bürste einsetzen. Aus hygienischen Gründen sollte man beim Reinigen Handschuhe tragen.
10. Die beste „vorausschauende Winterfütterung“ ist ein naturnaher Garten – unter altem Laub finden die Vögel ebenso Insekten und Spinnen wie in Stängeln, zudem bieten Beeren und Früchte einen willkommenen, lange gedeckten Tisch. Den Garten im Frühjahr zur Pflanzzeit aufwerten!