Podiumsdiskussion zur Afghanistanpolitik mit Bundestagsabgeordneten im Antikriegshaus

Wann? 07.11.2010 14:30 Uhr

Wo? Ev.-luth. Martinskirchengemeinde Sievershausen, Kirchweg 4, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Lehrte: Ev.-luth. Martinskirchengemeinde Sievershausen | Am Sonntag, 7. November, wird unter dem Motto „Es ist Krieg – entrüstet Euch“ die diesjährige ökumenische Friedensdekade eröffnet. Als Beitrag des Antikriegshauses wurden die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Hannover-Land II, Dr. Maria Flachsbarth (CDU) und Dr. Matthias Miersch (SPD), nach Sievershausen eingeladen, um mit ihnen die deutsche Afghanistanpolitik zu diskutieren. Unter der Moderation von Christoph Emmelius und Elvin Hülser von der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit sollen bei der Veranstaltung sowohl militärische wie zivile Aspekte des deutschen Engagements angesprochen werden.
Vor der Podiumsdiskussion, die um 16.00 Uhr beginnt, laden das Antikriegshaus und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sievershausen zu einem Eröffnungsgottesdienst ab 14.30 Uhr in die St. Martinskirche ein. Er steht unter der Leitung von Gisela Fähndrich, Präsidentin des Antikriegshauses, und wird gestaltet von der Jugendgruppe „JuRa“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sievershausen.
Angesichts einer wachsenden Ablehnungsfront gegen das militärische Engagement werden sich die Parlamentarier Matthias Miersch (SPD) und Maria Flachsbarth (CDU) kritischen Fragen zu ihrer Haltung, ihrer Verantwortung und ihren Zukunftsperspektiven stellen.
Das Team des antikriegshauses zieht dazu folgende Bilanz: „Neun Jahre nach dem Beginn des deutschen Engagements in Afghanistan im Rahmen der „Operation Enduring Freedom (OEF)“ sowie der ISAF-Stabilisierungsmission wachsen Ernüchterung und Skepsis im Hinblick auf Ziele, Vorgehensweise und Ergebnisse allenthalben.
Während jahrelang von verantwortlichen Politikern die Notwendigkeit der ,militärischen Stabilisierung' für die ,zivile Wiederaufbauhilfe' beschworen wurde, ist heute von Stabilität, ziviler Entwicklung und Frieden nicht viel zu sehen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan sind offensichtlich nicht beendet und die Bundeswehr Teil eines Konflikts mit regionalen und internationalen Weiterungen sowie Todesopfern auf allen Seiten.
Interne Machtkämpfe, Korruption und organisierte Kriminalität, die Rückkehr der Taliban, terroristische Anschläge und Menschenrechtsverletzungen, ökonomische und soziale Probleme kennzeichnen Afghanistan auch im Jahr 2010 – und lassen die wiederkehrende Rede von den Fortschritten bei der Befriedung und beim zivilen Aufbau zweifelhaft erscheinen.
Zumal eine erfolgversprechende zivile Strategie sowie wirksame zivile Instrumente in nennenswertem Umfang trotz der steten Betonung ihrer zentralen Bedeutung zu Herstellung von Frieden weiterhin zu fehlen scheinen. So wird nicht nur über den Bundeswehr-Einsatz und seine Verantwortbarkeit, sondern auch über das zivile Engagement zu reden sein.
Wie soll es also weitergehen mit der deutschen Afghanistanpolitik? Welche Fehler sind gemacht worden, welche Lehren müssen gezogen werden? Und wie soll es mit Afghanistan selbst weitergehen? Welche Verantwortung hat auch die deutsche Politik gegenüber Afghanistan und seinen Menschen?“. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.