Platanen auf dem Prüfstand

Bei der Begehung wurden die Gehwegschäden begutachtet.

Begehung des Fachausschusses im Süd- und Westring zur Baumbestandskontrolle

VON DANA NOLL

LEHRTE. In der Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz und Landschaftspflege am 29. Januar 2019 wurde erneut über den Zustand der Bäume im Bereich Süd- und Westring diskutiert. Nun wurde zu einer öffentlichen Begehung eingeladen, bei der sich Mitglieder des Ausschusses sowie Anwohner und Interessierte ein Bild vom Zustand der Platanen machen konnten.
Bereits seit 2017 stehen die insgesamt 251 Bäume unter genauer Beobachtung. Die Platanen waren Anfang der 90er Jahre gepflanzt wurden. "Eine nicht ganz glückliche Entscheidung“, finden die Anwohner. „Die Bäume sind für die Gegebenheiten hier nicht gut geeignet, sie werden zu groß und sie wurzeln zu flach, wenn sie nicht genug Raum bekommen“, so ein Anwohner. „Früher wurde das eben so gemacht, heute machen wir das anders bei unseren Pflanzungen“, erklärt Detlef Tietze vom Fachdienst für Umweltplanung der Stadt Lehrte.
Das Problem ist rund um einige der Bäume gut sichtbar. Unebenheiten und Gehwegschäden durch drückende Wurzeln werden zu Stolperfallen für Radfahrer oder Fußgänger. Immer wieder wurden in der Vergangenheit die Wege ausgebessert, denn „die Stadt steht in der Pflicht, ihre Gehwege verkehrssicher zu halten“, so hieß es bereits in 2017. Auch die Gefahr, dass an Mauern, Befestigungen oder Einfriedungen von Privatgrundstücken Schäden entstehen, wächst. Auch hier wäre die Stadt möglicherweise schnell in der Pflicht, für die Schäden aufzukommen.
Doch die Bäume sind gesund, der Allee-Charakter soll erhalten bleiben und eine umfassende Fällung ist unnötig – da sind sich alle einig. Dies unterstreicht auch ein Gutachten,“das einen Kahlschlag mit Hinblick auf die ökologische, gesundheitliche und optisch prägende Bedeutung der Bäume als nicht zumutbar und auch nicht notwendig“ erachtet. „Es gibt andere Möglichkeiten“, so die Expertin. Dies führte nicht nur bei Umweltpolitikern sondern auch bei vielen Anwohner zum Aufatmen.
Dennoch, so wurde von Detlef Tietze im Umweltausschuss darauf hingewiesen, fünf der Platanen, überwiegend im Bereich Ecke Markscheiderweg/Südring sowie am Buswartehäuschen am Westring müssen bis zum 28. Februar 2019 weg. Doch der Umweltausschuss sah nach der Begehung, zumindest bei einer Platane, nicht die Notwendigkeit, dass diese gefällt werden müsse.
Nicht nur Ratsfrau Helga Laube-Hoffmann hofft, „dass durch die Entfernung der Bäume am Südring der Allee-Charakter erhalten bleibt. Sie bedauert allerdings, „dass Ersatzpflanzungen am West- oder Südring nicht erfolgen werden.“ „Aber es stehen ja dann noch 247 Platanen und die gilt es im Auge zu behalten“, fügt sie hinzu.
Um die Bäume im Süd- und Westring vor weiteren Abholzaktionen zu schützen, wird die Stadt ein Konzept erarbeiten, in dem neben Kostenkalkulationen auch mögliche Erhaltungsmaßnahmen beispielsweise durch Schaffung einer wassergebundenen Decke (siehe Celle), enthalten sein werden.


.