Planspiel macht Lust auf Kommunalpolitik

André Bien reflektiert im Rahmen des Politikunterrichtes mit den Schülern der 10d das Planspiel der Region Hannover.

Schüler der 10d vom Gymnasium Lehrte bei „Pimp Your Town!“

VON DANA NOLL

LEHRTE. Schluss mit Frontalunterricht! Anstatt im Klassenzimmer zu sitzen, probierten vier Schulklassen aus der Region Hannover selbst aus, wie Politik vor ihrer Haustür funktioniert. Etwa 100 Schülern nahmen am Planspiel im Regionshaus Hannover teil. Darunter auch 26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10d vom Gymnasium Lehrte, die von ihrem Politiklehrer André Bien begleitet wurden. Im Rahmen der Aktion „Pimp Your Town!“ schlüpften sie in die Rolle von Regionsabgeordneten und entwickelten, berieten und beschlossen gemeinsam ihre Ideen. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Patinnen und Paten aus den Fraktionen der CDU, der SPD, von Bündnis90/Die Grünen, der FDP und der AfD. Einflussnahme auf die Inhalte gab es dabei nicht. Stattdessen halfen die Patinnen und Paten den Teilnehmenden, ihre Anträge zu formulieren und durchzusetzen.
Das Planspiel "Pimp Your Town!" der Region Hannover findet seit 2015 jährlich in Kooperation mit dem Verein Politik zum Anfassen e.V. statt. Ziel ist es, junge Menschen für politisches Engagement und die Mitgestaltung der eigenen Region zu begeistern. Achte bis 13. Klassen aller Schulformen aus sämtlichen Kommunen der Region Hannover können sich bewerben. Viele tausend Schülerinnen und Schüler bundesweit haben durch das Planspiel bereits erfahren, dass Kommunalpolitik alles andere als langweilig ist. „Das hat viel Spaß gemacht und war sehr interessant. Unterricht ist oft Theorie, hier konnten wir praktisch mal etwas umsetzen“, erzählt Felix aus der 10d vom Gymnasium Lehrte. Auch Leonie äußert sich begeistert:“Meine Erwartungen wurden übertroffen.“ Und Frida ergänzt:“Es war interessant zu sehen, wie Politik funktioniert.“
Die entwickelten Idee, werden nun den „echten“ Fachausschüssen und der Regionsversammlung vorgelegt.
Schon ihre Vorgänger zeigten sich dabei sehr kreativ. Ob überdachte Spielplätze, Werbung für Sportvereine oder schwimmende Badeinseln – über 500 Ideen der Schüler für ihre Kommune wurden in der Vergangenheit bereits umgesetzt.
Auch der Lehrter Nachwuchs zeigte sich ideenreich. So gab es beispielsweise Vorschläge für ein Schutzhaus für Jugendliche oder barrierefreie Schwimmbäder.
„Demokratie lebt vom Mitmachen“, fasst Cora Hermenau, Dezernentin für öffentliche Gesundheit, Sicherheit, IT und EU-Angelegenheiten die Aktion zusammen. „Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie gerade Jugendliche mitmischen und sich für ihre Region engagieren.“