Option für Schulabgänger

Bundesfreiwillige beim LSV willkommen

Lehrte (r/gg). "Die Umstellung der Schulreform auf G8 hat große Auswirkungen auf unsere
Suche nach Freiwilligen (FSJ) für den kommenden Freiwilligendienstjahrgang 20/21 ", so die Mitteilung aus der LSV-Geschäftsstelle, die Schulabgänger auf die Vorteile aufmerksam machen möchte. Der LSV ist mit knapp 5.000 Mitgliedern der größte Sportverein in der Umgebung. Aktuell sind fünf FSJler im LSV tätig, die ihren zwölfmonatigen Freiwilligendienst im Sport leisten. "Die FSJler werden bei uns vielseitig eingesetzt. Haupttätigkeitsfelder sind beispielsweise die Durchführung von Sportstunden in AG's oder
Kindersportgruppen, die Arbeit im vereinseigenen Fitnesstudio oder verwaltungstechnische
Aufgaben in der Geschäftsstelle. Daraus ergibt sich ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag in einem großen Team", so die Mitteilung der LSV-Geschäftsstelle.
Freiwilligendienste haben eine lange Tradition – insbesondere im Gesundheitswesen. Das
heutige Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) entstand in den frühen 60er Jahren und bereits über 300.000 Menschen haben teilgenommen. Neben dem FSJ haben junge Menschen auch die Möglichkeit, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu leisten. In Niedersachsen sind jedes Jahr mehrere Tausend Plätze zu vergeben. Ab Sommer 2020 könnten viele dieser Plätze unbesetzt bleiben – mit deutlichen Auswirkungen auf die vielen sozialen, kulturellen, sportlichen und ökologischen Einrichtungen aus Niedersachsen! In vielen Bundesländern wurde zwischen 2001 und 2007 die Anzahl der Schuljahre bis zum Abitur von 13 auf zwölf Jahre reduziert. In diesem Jahr erfolgt die Rückabwicklung dieser sogenannten G8-Reform. Während in anderen Bundesländern eine sanfte Rückabwicklung beschlossen wurde, werden an niedersächsischen Gymnasien in diesem Schuljahr fast keine Schüler mit dem Abitur entlassen. Statt 32.000 werden nur rund 16.500 Abiturienten von Gesamtschulen, Waldorfschulen und den Berufsbildenden Schulen erwartet. Neben den Einsatzstellen für Freiwilligendienste sind auch niedersächsische Ausbildungsbetriebe, Hochschulen und andere Unternehmen wie beispielsweise Reisebüros mit Gap Year Angeboten betroffen. Für Dennis Ehrenberg, Geschäftsleiter der Freiwilligendienste im Sport in Niedersachsen, ist es „ein besonders schwieriges Jahr, denn im Sport leisten viele junge Schulabgänger mit Abitur einen Freiwilligendienst. Die G8-Reform stellt unsere über 1.000 Einsatzstellen, also die Sportvereine, Schulen, Kitas und Sportorganisationen in Niedersachsen, vor große Herausforderungen.“ Er betont daher, dass ein Freiwilligendienst (FWD) im Sport nicht nur für Abiturientinnen und Abiturienten eine sinnstiftende Tätigkeit ist. Vielmehr ist ein FSJ oder BFD für Schulabgänger aller Schulformen eine spannende Perspektive! Ehrenberg ist überzeugt, dass der nahtlose Übergang von Haupt-, Real- oder Gesamtschule in eine Ausbildung nicht für alle Schulabgänger der ideale Weg ist: „Vielen Jugendlichen fällt es aufgrund der Angebotsvielfalt zunehmend schwerer, den für sie passenden Ausbildungsberuf zu finden. Die Statistiken der IHK Hannover zeigen dies deutlich – immerhin erfolgen fast zwei Drittel aller vorzeitigen Vertragslösungen im ersten Jahr nach Ausbildungsantritt.“ Eine Orientierungsphase nach der Schule kann dieser Zukunfts-Unsicherheit entgegen wirken. Der Freiwilligendienst im Sport ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr und stärkt Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung. Die Jugendlichen können im geschützten Rahmen der Einsatzstelle Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren.
Im LSV arbeiten die Freiwilligen beispielsweise täglich mit Kindern und Jugendlichen und unterstützen die Übungsleiter in den AG‘s an Schulen oder bei den Vereinsangeboten. Ralf Thomas freut sich darüber, dass „unsere Freiwillige täglich aktiv mithelfen, den Alltag unseres Vereins mitzugestalten.“ Unsere Freiwilligen Yannick Ahrens, Dominik Dörpfeld, Marie Erfens und in Kooperationen mit dem Lehrter Gymnasium und SV 06 Lehrte, Adrian Riechers, Niklas Emme und Alexander Kroll sind außerdem in der Nachmittagsbetreuung an der Grundschule An der Masch, der Grundschule Lehrte Süd, der Albert-Schweizerschule, der St. Bernward Grundschule und dem Gymnasium Lehrte aktiv. „Da präsentieren wir unseren Verein und zeigen den Schülern, welche Angebote wir haben.“
Ein Freiwilligendienst kann zwischen sechs und 18 Monaten dauern, in der Regel werden Verträge über zwölf Monate geschlossen. Für ihr Engagement erhalten Freiwillige ein monatliches Taschengeld und nehmen an Seminaren zur persönlichen und fachlichen Weiterbildung teil. Der ASC Göttingen ist der Träger für den FWD im Sport in Niedersachsen und organisiert unter anderem diese Seminare. Geschäftsleiter Dennis Ehrenberg beschreibt diese als „vielfältige und spannende Lern- und Qualifizierungsmöglichkeit mit der Option, eine Übungsleiter- oder Trainerlizenz abzuschließen. Der Abschluss einer Lizenz ist einerseits für ein Engagement in einem Sportverein hilfreich und andererseits natürlich auch eine nachweisbare Qualifikation für zukünftige Bewerbungen.“ Ein Freiwilligendienst im Sport ist nach Beendigung der Schulpflichtzeit möglich. Mit einem zwölfmonatigen Freiwilligendienst kann sogar die Fachhochschulreife erlangt werden, denn es wird wie ein Jahrespraktikum angerechnet. Damit gerät ein Studium an einer Fachhochschule in greifbare Nähe. Weitere Informationen gibt die Internetseite www.fwd-sport.de oder www.lehrtersv.de