Ofenmehl aus Höver weht bis nach Ahlten

Blick von Ahlten nach Höver zum Holcim-Werk. (Foto: CDU Ahlten)

Unklare Konsequenzen nach Holcim-Störfällen

Ahlten (r/gg). Nachdem es in der Zement-Produktion bei Holcim in den vorigen Monaten offensichtlich zu unbeabsichtigten Emissionen gekommen ist, entsprechende Staub-Niederschläge in Ahlten auf Autos zu finden waren, formuliert der CDU-Ortsverein jetzt Forderungen an das Unternehmen. "Die Verantwortlichen des Zementwerks haben diese Vorfälle eingeräumt", schreibt der stellvertretende Ortsbürgermeister Jens Jeitner in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender im CDU-Ortsverband. Die Vorsitzende und Ortsbürgermeisterin Heike Koehler teilt mit: „Mit großer Verwunderung haben wir jedoch zur Kenntnis nehmen müssen, dass seitens des Gewerbeaufsichtsamtes immer wieder betont wird, dass behördlicherseits kein Handlungsbedarf bestand und auch weiterhin nicht bestünde." Zuverlässigkeit und Transparenz sei jetzt geboten, so ihre Forderung.
Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover als zuständige Überwachungsbehörde habe festgestellt, dass es sich bei dem ausgetretenen Material um "mit in der Verbrennungs- beziehungsweise Abluft enthaltenen Schadstoffen belastetes sogenanntes Ofenmehl handelt." Auf Marktspiegel-Nachfrage bei Holcim lag bis Redaktionsschluss keine Auskunft vor. Heike Koehler weiß von einem Mediationsverfahren, das von Holcim angeboten worden sei. Jens Jeitner sagt: "Wir erwarten, dass dabei bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens der Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Immissionen ernst genommen wird, diesem Priorität eingeräumt und dieser auch nachdrücklich durchgesetzt wird.“
Michael Wolbers, Vorstandsmitglied und CDU-Fraktionssprecher im Ortsrat formuliert die konkreten Forderungen an Holcim: Demnach soll es unter anderem eine externe Begutachtung zur Analyse der Ursachen des Staubaustrittes geben, ständige Überprüfungen der Anlage durch unabhängige Gutachter. Die Prüfungsergebnisse sollen veröffentlicht werden. Sogenannte Luftgütemessstationen sollen in Ahlten aufgebaut werden. Umweltberichte sollen erstellt werden. Michael Wolbers schreibt: "Es ist zu beachten, dass die Emissions-Messergebnisse (am Werk) nur die halbe Wahrheit abbilden. Der ausgetretene Staub war bereits vor Erreichen der Filter entwichen und somit nicht in den dortigen Messergebnissen enthalten. Insoweit ist auch eine Messung der Immissionen (Auswirkungen vor Ort) in Ahlten notwendig."