Nur Normvorgaben erfüllt

Baubegehung des neuen Feuerwehr-Gerätehauses an der Schützenstraße (von links): Stewart Hartmann, Klaus Sidortschuk und Sascha von Hof, Bauleiter der Carl Schumacher GmbH. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Größe des Feuerwehr-Neubaus lässt staunen

LEHRTE (gg). Der neue Feuerwehr-Stützpunkt an der Schützenstraße nimmt Formen an. Rund zwei Hektar sind bebaut worden, Fahrzeughallen und Funnktionsgebäude stehen auf 5.750 Quadratmeter Fläche, der befestigte Hof ist 13.600 Quadratmeter groß. Zum Baufortschritt informierte die Stadtverwaltung bei einer Führung durch den Rohbau. „Die Dimensionen beeindrucken mich immer noch, aber es geht eben nicht anders“, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Noch gut könne er sich an den Bau des alten Gerätehauses erinnern, das jetzt noch steht, aber für den zweiten Bauabschnitt im Sommer abgerissen wird. „Das ist zwar Jahrzehnte her, aber damals hat man auch gesagt, dass alles viel zu groß gebaut wird.“ Die Gründe für den Neubau seien bekannt. „Mit den Maßen werden nur die Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse erfüllt, mehr nicht“, sagt Stewart Hartmann aus der städtischen Abteilung Gebäudewirtschaft. So gibt es neben den 16 Stellplätzen für Einsatz- und Funktionsfahrzeugen zahlreiche Funktions-, Schulungs- und Büroräume. Beispielsweise kann im Logistikraum nun ein Hochregal-Stapler eingesetzt werden, es gibt Stauraum für Ausrüstung und Wechselzonen, um vom Einsatz kontaminierte Bekleidung von der sauberen zu trennen. Sechs Meter hoch sind die Fahrzeughallen, was beim Gang durch den Rohbau gigantisch erscheint. „Ja, es ist erstaunlich. Die Tore sind höher als die lichten Brückenmaße“, sagt der Bürgermeister und nimmt Bezug auf naheliegende Vermutung, dass die entsprechenden Einsatzfahrzeuge zu groß für Lehrter Straßen sein könnten. „Das wäre irre, aber so ist es nicht“, stellt er klar. Zwar habe mit der Erneuerung der Einsatzfahrzeuge das Dilemma seinen Lauf genommen, die alten Gerätehäuser sind für moderne Technik zu klein, aber Brückenunterführungen könnten weiterhin befahren werden. Bei dem Neubau, der mit 20 Millionen Euro kalkuliert ist, gehe es in jeder Hinsicht nur um Erfüllung neuer Normvorgaben. Der Bürgermeister ergänzt: „Dass in Lehrte beim Neubau des benachbarten städtischen Bauhofes noch Synergien genutzt werden, freut mich besonders.“ Stewart Hartmann hat den Zeitplan im Blick. Das beauftragte Bauunternehmen „ARGE Carl Schumacher GmbH“ aus Wolfenbüttel und die Frauenrath Bauconzept GmbH aus Heinsberg kommen gut voran. Der erste Bauabschnitt soll in fünf Monaten fertig sein. Mit dem zweiten Bauabschnitt werden die Werkstätten im Sommer 2020 nutzbar. Baubeginn war im Jahr 2017. Die Lehrter Feuerwehr hat 85 aktive Einsatzkräfte, die ehrenamtlich tätig sind. Über alle Lehrter Ortsteile gerechnet sind es sogar 450 Ehrenamtler. Die jeweiligen Gerätehäuser sollen nach und nach modernisiert werden, so der Hinweis der Stadtverwaltung.