"Night of Light" in Lehrte

Die Helmer GmbH aus Aligse schließt sich dem Hilferuf der Veranstaltungsbranche an und wird das Firmengebäude am 22. Juni in rotes Licht hüllen. (Foto: Helmer GmbH)

Aligser Eventausstatter setzt Zeichen

LEHRTE (r/gg). Seit mehr als 25 Jahren ist die Helmer GmbH, Eventdienstleister mit Sitz in Aligse, tätig. "Unser Betrieb mit 25 Mitarbeitern ist seit 17. März aufgrund der auferlegten behördlichen Anordnungen fast vollständig lahm gelegt, und wir stehen noch immer ohne weitere Perspektive vor der zweiten Jahreshälfte", so die Mitteilung der Geschäftsführung.
Um ein Zeichen für und mit den Mitarbeitern zu setzen, nimmt die Helmer GmbH an der Deutschland weiten Aktion "Night of Light" teil: Der Firmensitz wird am Montag, 22. Juni, ab 22 Uhr in rotes Licht gehüllt. Es soll ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell zur Rettung eines Wirtschaftszweigs sein. Gebraucht wird, so die Forderung, echte Hilfe anstelle von Kreditprogrammen.
Zum Hintergrund aus sicht der Veranstaltungswirtschaft: Das derzeitige Versammlungsverbot ist ein Entzug der Arbeitsgrundlage, dem eine Pleitewelle enormen Ausmaßes mit gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt folgen wird. Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage sollen jetzt entwickelt werden - so die Forderung. In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden bundesweit viele leuchtende Mahnmale erschaffen, die sich zu einem Licht-Monument arrangieren sollen. Ein flammender Appell zum Einstieg in einen Branchendialog, der die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der deutschen Veranstaltungswirtschaft thematisieren soll. Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Millionen Besucher an und können bis auf Weiteres gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden. Die derzeitigen Hilfsprogramme für die Veranstaltungswirtschaft bestehen im Wesentlichen aus Kreditprogrammen, die jedoch eine erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit der Überschuldung der betroffenen Unternehmen zur Folge haben werden. Für den Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen, Tom Koperek, steht die gesamte Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der aussterbenden Branchen: „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“ Das treffe nicht nur die Veranstalter, sondern auch Spielstätten sowie Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe: Technikfirmen, Bühnen-und Messebauer, Ausstatter, Caterer, Logistiker über Künstler bis hin zum Einzelunternehmer, der Content, Drehbuch, Regie oder florale Dekoration zu Events beisteuert. „Rien ne va plus –nichts geht mehr!“, lautet Kopereks düsteres Fazit über die Notlage einer heterogenen Branche, die über 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen in sich vereint und deshalb über keine einheitliche Lobby verfügt. Umso wichtiger sei es, für eine stärkere Wahrnehmung durch die Politik und Öffentlichkeit zu sorgen. Dies ist ebenfalls das Ziel der „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, die bereits im März durch die Initiatorin Sandra Beckmann in das Leben gerufen wurde. Für die "Night of Light" besteht daher eine Kooperation zur Durchführung dieser deutschlandweiten Aktion.