Neujahrsempfang Sievershausen erhält durch die Karnevalisten eine närrische Note

Mitglieder des SOS-Elferrates mit Präsident Rainer Ernst (4.v.r.) begrüßen die Gäste beim Neujahrsempfang. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Ortsbürgermeister Hans-Egon Seffers verteilt in seinem Jahresrückblick Lob und Tadel

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (hdb). Die Sievershäuser Narren können nicht nur ausgelassen feiern, sondern auch gut organisieren. Das hat die Karnevalsgesellschaft beim diesjährigen Neujahrsempfang unter Beweis gestellt. Annähern 100 Gäste erlebten eine harmonische Veranstaltung.
Mehrfaches „SOS Helau!“ machte im Verlauf des knapp einstündigen offiziellen Teiles deutlich, wer diesmal im Schützenheim „regierte“: Die Karnevalsgesellschaft mit seinem Prinzenpaar - Sabine III. und Kai I. - und der Elferrat. Präsident Rainer Ernst begrüßte zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen Ex-Bürgermeisterin Jutta Voß, den stellvertretenden Lehrter Bürgermeister Hermann Hoffmann und die Mitglieder des Ortsrates mit Ortsbürgermeister Hans-Egon Seffers und seinem Stellvertreter Armin Hapke an der Spitze.
Bis pünktlich um 11.11 Uhr hatten sich zudem Vertreter und Abordnungen von insgesamt 26 Sparten aus den zehn örtlichen Vereinen eingefunden. Sie wurden repräsentiert durch die Gesamt-Vorsitzende Irene Teppich, die nicht nur großes Lob für den Ausrichter ausdrückte, sondern allen Gästen zurief „Zusammen sind wir stark und aktiv!“
Karnevalspräsident Rainer Ernst blickte in seiner Begrüßungsrede auf die Gründung der Karnevalsgesellschaft vor 55 Jahren zurück, als es in dem Ort „noch vier Kneipen und drei Tankstellen gab“ und der erste Prinz ohne weibliche Begleitung auskommen musste Er betonte besonders die erfolgreiche Jugendarbeit der Sparte.
Für die Stadt Lehrte überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Hermann Hoffmann die Neujahrsgrüße von Rat und Verwaltung und betonte, dass der närrische Slogan „Sievershausen ohne Sorgen“ (SOS) seine Berechtigung habe. Hoffmann ermunterte die Sievershäuser zu einer weiteren Entwicklung der Ortschaft, da sonst Stillstand drohe.
Den Ball nahm Ortsbürgermeister Seffers in seiner Rückschau auf. Er verwies auf die Planung eines Baugebietes südlich der Kirchlahe mit 50 Bauplätzen, die allerdings bei Arpker Ortspolitikern auf Protest gestoßen sei. „Eigentlich sind wir so etwas nur aus Richtung Hämelerwald gewohnt. Dass die Arpker nun auch aufmucken, das ist neu“, sagte Seffers mit ironischem Unterton.
Er beklagte außerdem die wachsenden Windkraftanlagen zwischen Arpke und Oelerse sowie die seit dem Umzug in die Hämelerwalder Straße verwaiste Verwaltungsnebenstelle. Einen Seitenhieb Richtung Kernstadt verteilte Seffers mit der Klage, Sievershäuser Vereine und Verbände seien nicht zum Lehrter Neujahrsempfang eingeladen worden.
„Das muss sich ändern“, forderte der Ortsbürgermeister unter dem Beifall seiner Zuhörer. Er lobte gleichzeitig die intakte Dorfgemeinschaft - beispielhaft das Dorffest - und den Einsatz vieler ehrenamtlicher Mitstreiter wie die „Rentnerband“ des Heimatbundes.