Neue Dorfmitte soll entstehen

Das ausgediente Volksbankgebäude ist schon nicht mehr zu sehen. Platz für den neuen Dorfladen entsteht in Immensen. (Foto: Wiebke Molsen)

Volksbank und Wohnhaus abgerissen

IMMENSEN (wim). Die Idee des Vereins „Gemeinsam für Immensen“ einen Dorfladen zu eröffnen, ist der Realität näher gerückt. Mehr noch, die Unterstützung der Anwohner war so groß, dass es nach einer umfassenden Planungsarbeit jetzt ganz schnell geht. „Wir haben innerhalb von 21 Tagen 80.000 Euro gesammelt“, sagt Michael Clement, Vorsitzender des Hundert Mitglieder starken Vereins. Nach dem Motto: „Jetzt muss auch was passieren“ sei daraus schnell eine Erwartungshaltung entstanden. Und passiert ist nun erstmal der Abriss des alten Volksbankgebäudes, auf dessen Gelände der Dorfladen gebaut werden soll. „Alleine hätten wir das nicht geschafft“, ist sich Michael Clement sicher. Er ist dankbar für den großen Bagger, der das Gebäude geradezu feinfühlig in die einzelnen Baustoffe zerlegt. Die Pflastersteine des vormaligen Parkplatzes hatten die Vereinsmitglieder bereits in Eigenleistung aufgenommen und wollen die Steine später wieder verlegen. Wenn die Baugenehmigungen durch seien, soll es im Januar mit der Betonplatte und dem Rohbau weitergehen. „Ostern soll der Rohbau stehen“, nennt Michael Clement das ehrgeizige Ziel. Den Innenausbau wollen die Vereinsmitglieder dann wieder in Eigenleistung erbringen und im Herbst Eröffnung feiern. Der straffe Zeitplan sei wichtig, weil der von der EU bewilligte Förderungszeitraum am 31. Oktober 2020 endet, ergänzt Beiratsmitglied Jan Lange. Denn die Finanzierung stehe auf vier Säulen: 103.600 Euro stammen aus den Bürgeranteilen, 136.000 Euro schießt die EU als Förderung dazu, der Rest müsse über ein Hypothekendarlehen und durch Eigenleistung gestemmt werden. „Alles, was man mit Muskelkraft machen kann, machen wir selber“, sagt Jan Lange. Er ist stolz auf den Einsatz der Vereinsmitglieder. „Das ist ein reines Bürgerprojekt“, hebt Michael Clement das bundesweite Alleinstellungsmerkmal des Dorfladens hervor.
Auf eine gute Nachbarschaft freut sich Thorsten Leißer, Pastor in der St. Antonius Kirchengemeinde. Da das bisherige Pfarrhaus renovierungsbedürftig und nicht barrierefrei sei, will die Kirchengemeinde hinter dem Dorfladen ein neues Gemeindezentrum für seine 1.300 Mitglieder bauen. „Wir wollen nah bei den Leuten sein und die Kirche im Dorf soll eine neue Relevanz bekommen“, so sein Ziel. Auf der geschützten Aktionsfläche zwischen den Gebäuden sieht er schon kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen und andere Projekte stattfinden. „Wir erfinden uns als Kirchengemeinde neu“, sagt Thorsten Leißer. Es sei spannend, an dieser entscheidenden Weichenstellung für die Zukunft mitzuwirken. „Das ist für mich ein Glücksfall“, sagt er. Seine Vision beinhaltet eine Fertigstellung zu Pfingsten 2021. Vorerst stehe nun aber der Verkauf des alten Pfarrhauses, die Beantragung von Fördermitteln und erste Architektengespräche auf dem Plan. Bis zusammen mit dem Dorfladen eine neue Dorfmitte von Immensen entsteht, wo die Menschen Klönen, Kaffee trinken und Konzerte hören können, müssen also noch einige Steine umgedreht werden.