Naturschutz im ganz großen Stil

Jörg Hattendorf, Jobst Buchholz, Philipp Hattendorf und Imker Jan Gronwald sind mit Wuchs und Blüte der Phazelia entlang der Lehrter Straße vor dem Ortseingang Immensen zufrieden. (Foto: Gabriele Gosewisch)

50 Hektar Blühstreifen, Imker in Kooperation mit Landwirten

IMMENSEN (gg). „Konventionelle Landwirtschaft und Naturschutz passen zusammen“, so die Überzeugung von Philipp Hattendorf bei der Begehung und Überprüfung der Blühstreifen, die jetzt entlang der Lehrter Straße in voller Pracht zu sehen sind. „Schon im Vorbeifahren im Auto hat jedermann hier den Beweis, dass es geht“, sagt er. Dabei sei das, was sich optisch aufdränge, nur ein kleiner Teil des Ganzen. „Blühstreifen sind überall in der Feldmark verteilt. In der Summe kommen 50 Hektar zusammen, die Immenser Landwirte für den Naturschutz erarbeiten“, sagt Philipp Hattendorf. Wie viel Fläche darunter zu verstehen ist, erklärt sein Vater, Landwirt Jörg Hattendorf: „Mehr als fünf Fußballfelder und die Brache-Flächen kommen noch dazu.“ Das bestätigt Imker Jan Gronwald, der sich um 50 Bienenvölker kümmert, die rund um Immensen Nektar sammeln, und er sagt: „Aber es geht nicht nur um die Honigbiene. Von diesen Blühstreifen, insbesondere wenn sie abseits in der Feldmark liegen, profitieren viele Wildbienen-Arten und andere Insekten. Gleichzeitig sind es natürlich auch Refugien für Feldvögel, für Rehe und weitere Wildtiere.“
„Die Natur steht im Vordergrund“, so die Haltung der Immenser Landwirte. Anders sei es auch nicht realisierbar, denn für den zusätzlichen Arbeitsaufwand und den Flächenverbrauch gebe es nur in Teilbereichen Vergütung noch Fördermittel. Eigentlich könnte ordentlicher Ertrag aus ackerbaulicher Produktion erzielt werden – auf 50 Hektar wäre das nicht unerheblich im Rüben-, Mais-, Kartoffel- oder Getreideanbau. „Wir kennen unsere Flächen und wissen genau, wo welche Arbeit nötig ist“, ergänzt Landwirt Jobst Buchholz. Den technischen Einsatz effektiv zu gestalten, gehöre natürlich auch dazu – für eine gute Ernte und gleichzeitig guten und weitreichenden Naturschutz.