Natürliche Bodenfunktion erhalten

Eindringlicher Appell gegen Schottergärten

Ahlten (r/gg). SPD- und Grüne-Mitglieder im Ortsrat wenden sich jetzt mit einem offenen Brief an die Anwohner. Hintergrund ist das Bemühen, lebendige Gärten zu bewahren. Eigentümer sollen die ökologischen Aspekte bei ihrer Gartengestaltung berücksichtigen und auf die sogenannten Schottergärten verzichten. Schon im März vorigen Jahres gab es ein entsprechendes Ratsvotum, wonach sogar „Maßnahmen gegen Schottergärten und Versteinerung“ zu treffen sind.
Zum Sachverhalt schreiben die Ortsratsmitglieder: "Humose Oberböden sind Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Bei einer mit Kies oder Schotter versiegelten Fläche geht die natürliche Bodenfunktion verloren. Zudem sind versiegelte Flächen gerade in Hinblick auf Starkregenereignisse weniger in der Lage, Niederschlagswasser aufzunehmen. Durch Schotter und Kies wird nicht nur die Fähigkeit des Bodens als Wasserspeicher geschwächt, sondern ebenfalls seine Kühlungsfunktion. Durch sich erwärmende Steine und Kies wird die Temperatur im Siedlungsraum erhöht und das Klima an Hitzetagen für uns alle negativ beeinflusst."
Auch nach der Niedersächsische Bauordnung ist die Anlage von Kies- oder Schottergärten sowie das Abdecken von Beeten und Einziehen von Folien oder Vliesen unzulässig, unter Umständen kann sogar ein Rückbau behördlich angeordnet werden. „Die nicht überbauten Flächen der Baugrundstücke müssen Grünflächen sein, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind.“ (§ 9, Abs. 2, NBauO)
Für den offenen Brief verantwortlich zeichnen Jan Salzmann, Timo Bönig und Dietmar Thomas aus der SPD-Ortsratsfraktion und Michael Müller, Ortsratsmitglied der Grünen.