Nahezu biblische Abenteuer

Die Segelfreizeit genossen die Lehrter Jugendlichen auf dem Ijsselmeer. (Foto: Hinrich Renken, Anna Walpuski)

Konfirmanden und Jugendliche segeln auf dem Ijsselmeer

LEHRTE (r/gg). Alle kennen die Geschichte wie Jesus mit seinen Jüngern auf den See Genezareth hinausfährt und es zu stürmen beginnt. Die Jünger haben solange Angst bis Jesus dem Unwetter Einhalt gewährt. Auf der diesjährigen Segelfreizeit der evangelischen Kirchengemeinden Arpke, Immensen, Hämelerwald und Sievershausen erlebten die Konfirmanden und Teamer zwar kein Unwetter aber stürmische Winde. Hierzu gab es auch eine passende Themeneinheit „Wellen“ in der täglichen Unterrichtseinheit. Dabei ging es um Ängste, aber auch um Hoffnung und die Möglichkeit die Ängste zu überwinden.
Dank den versierten Skippern segelten die Schiffe mit bestem Wind dem Regen und den Stürmen davon. Nur an einem Tag musste die Schiffen im strömenden Regen gegen den Wind kreuzen. Die Mannschaft der Konfirmanden hielt zusammen und führte die Segelmanöver trotz des Wetters souverän durch. Stolz und auch erleichtert erreichten die Schiffe dann am Abend den Zielhafen Urk.
Dieses Jahr waren die Gemeinden mit fünf Schiffen unterwegs. Neben den drei Konfirmandenschiffen waren auf zwei Schiffen, wie bereits in den letzten Jahren, konfirmierte Jungendliche dabei. Neben den zwei Pastorinnen Anna Walpuski (Arpke) und Hanna Dallmeier (Sievershausen) wurden die anderen Boote von Ehrenamtlichen geleitet. Verstärkt wurden diese durch eine Mischung aus langjährig erfahrenen und ganz jungen Teamern aus den jeweiligen Gemeinden. Nach dem Frühstück und Klar-Schiff-Machen starteten die Schiffe jeden morgen von einem anderen Hafen. Die Konfirmanden mussten als Team immer kräftig mit anpacken. Gemeinsam wurden morgens die Segel gesetzt. Während der Fahrt erfolgten zwischendurch immer wieder kleine Wendemanöver, insbesondere beim Kreuzen gegen den Wind. Kurz vor der Einfahrt in die Häfen holte die Mannschaft die Segel wieder ein und verpackte sie ordentlich. Der tägliche Konfirmandenunterricht erfolgte während der Fahrt oder am späten Nachmittag im Hafen. Die im Unterricht angesprochenen Themen Mannschaft, Leuchttürme, Wind, Wellen, Steuermann und Hafen hatten immer einen christlichen Bezug sowie auch eine direkte Analogie zum Segeln. Auf allen Schiffen sorgte der Küchendienst mit Kochen und Abwasch für Essen und saubere Küche. Beim Schneiden der Zwiebeln flossen auch mal Tränen. Der Ordnungsdienst verhinderte mit dem täglichen Aufräumen und Kloputzen ein Chaos. Besonders beliebt war der Dokumentationsdienst. Ein Team schrieb jeweils einen Tagebucheintrag und bereitete die Abendandacht vor. Hierzu wurden Lieder, Texte und Gebete herausgesucht und geschrieben. Die Andacht bildete immer den Schlusspunkt der täglichen Segeltour. Nach der Anreise und dem Einschiffen in Lelystad segelten die Schiffe am ersten Tag zunächst nach Stavoren. Danach ging es nach Harlingen, wo am Abend in einer Kirche ein von den Jugendlichen vorbereiteter Gottesdienst gefeiert wurde. Aufgrund der guten Windverhältnisse segelte die Flotte durch das Wattenmeer auf die Insel Terschelling. Der Abend und der Vormittag wurden zum Erkunden der Insel und gemeinsame Spiele genutzt, bevor es mit auflaufenden Wasser wieder Richtung Festland (Makum) ging. Von Makkum ging es dann bei starken Regen nach Urk und am Donnerstag bereits zurück nach Lelystad. Die Wettervorhersage war so schlecht, das Segeln am letzten Tag nicht mehr möglich war. Es wurde in Ruhe aufgeräumt und ein Abschlussgottesdienst gefeiert. Nach einer Stärkung an Bord ging dann wieder mit dem Bus zurück in die Heimat - so der Bericht von Hinrich Renken.