Nachdenken über Flüchtlingshilfe

Die Rettungsweste im Glockenturm der St. Antonius-Kirche setzt Zeichen für die Flüchtlingshilfe. (Foto: St. Antonius Gemeinde)

Seenotrettung im Film und im Gespräch

IMMENSEN (r/gg). Der Kirchenvorstand der St. Antonius-Kirchengemeinde lädt für Freitag, 22. November, um 20 Uhr in Scheuers Hof, zur Dokumentarfilm-Vorführung und Diskussion mit einem Seenotretter ein. Der Eintritt ist frei.
Die Nachrichten über Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer nach Europa in Seenot geraten und ertrinken, reißen nicht ab. Über zivile Seenotrettung durch Hilfsorganisationen wird landauf landab hingegen kontrovers diskutiert. Jüngst hat nun auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beschlossen, gemeinsam mit anderen Organisationen ein spendenfinanziertes Schiff ins Mittelmeer zu senden, um Flüchtende aus Seenot zu retten. Aus diesem Anlass veranstalten die Kirchengemeinden in Immensen, Sievershausen und Arpke einen thematischen Monat zu Flucht.
Der Dokumentarfilm "Iuventa" zeigt eine Gruppe junger engagierter Menschen, die im Herbst 2015 die Initiative "Jugend rettet" gründen. Sie kaufen einen umgebauten Fischkutter und starten damit zu einer ersten Mission auf dem Mittelmeer, um Flüchtlinge zu retten. Nach fast zwei Jahren Einsatz und 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff beschlagnahmt und von den italienischen Behörden auf Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Der Film verfolgt das Leben der jungen Protagonisten, fängt die gesamte Spanne der Mission ein bis zu dem Moment, an dem sie mit der politischen Realität kollidiert. Im Anschluss an den Film steht mit Christoph Stürzekarn ein Seenotretter für Fragen und Gespräch zur Verfügung, der selbst mehrmals auf der "Iuventa" mitgefahren ist.
In diesem Zusammenhang hat der Kirchenvorstand beschlossen, sich an der Initiative "Rettungswesten an Kirchtürmen" zu beteiligen. Den ganzen November über wird damit Solidarität mit Flüchtlingen und Seenotrettern im Mittelmeer gezeigt.