Mit Wanderschuh oder Fahrradhelm zum Gottesdienst

Gut behelmt per Rad unterwegs: Pastorin Hanna Dallmeier und Pastor Thorsten Leißer testen mit ihren Töchtern schon mal die Wegeverbindungen für die Sommerkirche 2020, Katze Lili bleibt lieber solange an der Martinskirche in Sievershausen. (Foto: Susanna Veenhuis)

Sommerkirche der fünf östlichen Gemeinden lädt zu Wanderungen ein

Lehrte (sv). „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt…“ heißt es in einem Volkslied. Nicht unbedingt gleich in die weite Welt, aber doch schon mal über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinaus soll in diesem Jahr die Sommerkirche in Lehrtes Osten führen. „Gottesdienst mit Wanderschuh und Fahrradhelm“ lautet die Devise der fünf Kirchengemeinden Arpke, Immensen, Sievershausen, Hämelerwald und Steinwedel.
Schon seit zehn Jahren arbeiten die Kirchengemeinden zusammen, seit anderthalb Jahren haben sie das intensiviert und organisieren beispielsweise gemeinsame Segeltörns für alle Konfirmanden, die aber diesmal auch auf 2021 verschoben werden mussten. Um in Zeiten der Corona-Maßnahmen das Zusammentreffen Vieler zur gleichen Zeit zu vermeiden, aber doch Gelegenheit zu Austausch und Begegnung zu ermöglichen, haben sie jetzt ein Konzept quasi zu Auskehr und gleichzeitig zu innerer Einkehr sowie auch zum Einkehren geschaffen. An fünf Sonntagen ab dem 26. Juli gestalten immer zwei Kirchengemeinden mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher einen Pfad der Begegnung zu einem biblischen Thema – möglichst auch in Bezug auf aktuelle Geschehnisse oder lokale Bräuche. Immer sind dann beide Kirchen geöffnet und bieten Gelegenheit zu An- und Fürsprache, zum Singen und Beten, und auch die Pastorinnen werden vor Ort sein. Unterwegs erwarten die Teilnehmer Stationen mit verschiedenen Wege-Geschichten zu Abschied und Heimkommen, Gefahr und Rettung, Flucht und Versöhnung.
Jeweils drei Stunden, zwischen 10 und 13 Uhr, haben Interessierte an diesen Sonntagen Gelegenheit, sich von beiden Richtungen aus auf den vorher ausgetüftelten Weg zu machen. Je nach Lust, Laune und Länge der Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wie für Pilgerpfade die Muschel das Kennzeichen ist, so werden diesmal die Teilnehmer an ihren bunten Armbändern zu erkennen sein. Wenn möglich, führen die Routen nicht entlang viel befahrener Straßen, sondern auf gut begehbaren und fahrradgeeigneten Wegen durch Wald und Feldmark. Das lässt sich nicht immer so einrichten, denn dabei sollen die Wanderer auch die Dörfer der jeweiligen Gemeinden kennen lernen – und vielleicht auch so manches Unbekannte entdecken, wie Pastorin Hanna Dallmeier verrät. Unterwegs sind Haltepunkte eingeplant, zur körperlichen und auch zur geistigen Erfrischung.
So ist beim ersten Sommerkirchen-Wandertag am 26. Juli „Durch die Wüste ins gelobte Land“ zwischen Steinwedel und Immensen die 40-jährige Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste Thema. Selber einen kleinen Engel vom Himmel holen können sich die Wanderer am 2. August auf der Tour zwischen Immensen und Sievershausen: „Zwischen Bruderkrieg und Himmelsleiter“ behandelt den Konflikt zwischen Jakob und seinem Bruder Esau. Auch an die Schlacht bei Sievershausen 1553, die mit 30 000 Mann und 4000 Toten zu einer der blutigsten Kriegshandlungen in Niedersachsen wurde, wird erinnert. „Verloren und gefunden“ heißt es am 9. August auf der Verbindung Arpke und Hämelerwald. Am 16. August ist auf dem Weg zwischen Steinwedel und Arpke für Jonah „Kein Weg zu weit“. Um „Den Weg der Barmherzigkeit“ geht es bei der letzten Veranstaltung der Sommerkirche mit den Kirchengemeinden von Hämelerwald und Sievershausen, bei der das Hotel Fricke als Ort der Gastfreundlichkeit eine nicht unwichtige Rolle spielt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Um eine Kollekte ist für die Diakonie der Kirchengemeinden wird gebeten. Weitere Auskünfte gibt es im Internet unter https://sommerkirche2020unterwegs.wordpress.com und bei Pastorin Hanna Dallmeier, Telefon 05175 61 13.