Mit dem Spaten Gutes getan

Otto Buchholz (links) und Daniel Schöne im Einsatz gegen den Riesenbärenklau in der Arpker Feldmark nahe der Straße Zum Hämeler Wald. (Foto: Privat)

Bürger beseitigen giftige Pflanze

Arpke (r/gg). Ausgerüstet mit Spaten, Handschuhen und Schutzkleidung sind sie seit 2018 jährlich mehr als zehnmal in der Arpker Feldmark unterwegs. Rund 15 Dorfbewohner gehören zu der Gruppe, die sich freiwillig engagieren, um den hochgiftigen Riesenbärenklau zu bekämpfen, der bei Kontakt mit dem Pflanzensaft in Kombination mit Sonnenlicht schwere Verbrennungen der Haut auslösen kann. Die krautige Pflanze mit stark gefiederten Blättern und weiß und rosafarbigen Blütenständen kommt häufig an Flüssen, Bächen, auf Brachland und an Weges- und Waldrändern vor und wächst bis zu vier Meter hoch. Die rot gefleckten Stängel können an der Basis bis zu zehn Zentimeter dick werden.
Der ausdauernde Einsatz lohnt sich offenbar: „Wir haben den Riesenbärenklau in Arpke mittlerweile im Griff“, betont Otto Buchholz, Initiator der Aktion gegen die Giftpflanze, die auch Herkulesstaude genannt wird. Wachsamkeit und regelmäßige Kontrolle seien aber weiter dringend geboten, sagt der in der Wasserwirtschaft tätige Ingenieur, der auch Mitglied des Ortsrats ist. Da jede Pflanze zwischen 10.000 und 30.000 Samen ausbildet, können sich unentdeckte Bestände schnell ausbreiten.
An der „Bärenklau-Jagd“ beteiligen sich Dorfbewohner verschiedenen Alters und unterschiedlicher Berufe. Für Otto Buchholz ist das gemeinsame Vorgehen ein schönes Beispiel für gelebten Bürgersinn aus Verantwortung für Mensch und Natur. Der Grundstein war 2017 ein Beschluss des „Arbeitskreises Kultur und Bildung im Dorf“, eine Interessengemeinschaft aller Arpker Vereine, Verbände und Kirchengemeinden. Im Austausch mit Landwirten, dem städtischen Bauhof, Jägern und mit finanzieller Unterstützung durch den Realverband Arpke begann dann der Einsatz gegen die aus dem Kaukasus stammende invasive Großpflanze, die seit Ende des 19. Jahrhunderts auch in Europa verbreitet ist.
Beim Kampf gegen den Doldenblütler gibt es verschiedene Techniken. Um die Verbreitung zu stoppen, muss der sogenannte Vegetationskegel unterhalb der Erdoberfläche abgestochen werden. Bei kleineren jüngeren Pflanzen klappt dies mit dem Spaten recht unproblematisch. Bei größeren Pflanzen muss maschinell eingegriffen werden. Zum Glück sei dies auf Arpker Gebiet dank des konsequenten Einsatzes der Bärenklau-Bekämpfer nicht mehr nötig, so Otto Buchholz.