Miersch: Impuls dieser Demo zum Wandel nutzen

Sieht im breiten Bündnis in Berlin ein klares Signal für einen Wechsel in der Argrapolitik: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch (vorn, Mitte) bei der Großdemonstration. (Foto: Foto: WK-Büro/Fabian Böer)

Abgeordneter gegen Patentierung von Pflanzen und Tieren

REGION/BERLIN (r/kl). „Wir haben es satt!“, unter diesem Motto ist am Samstag in Berlin ein Bündnis aus Naturschutzorganisationen, Bio-Lebensmittel-Verbänden und Vertretern der bäuerlichen Landwirtschaft auf die Straße gegangen. Zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor machten rund 30.000 Teilnehmer auf die Fehlentwicklung in der Nahrungsmittelindustrie aufmerksam.
„Es wurde Zeit, ein Zeichen zu setzen“, sagt der hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, der bei der Demo mit dabei war. Die Entwicklung in der Landwirtschaft gehe in die falsche Richtung, stellt Miersch fest. Statt einer fortschreitenden Industrialisierung in Form von Massentierhaltungsanlagen müsse es eine Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft geben.
„Der Dioxin-Skandal hat gezeigt, dass die Strukturen undurschaubar werden, wenn es nur noch um Masse und Preis geht“, so Miersch. Politik und Gesellschaft müssten nun die aktuellen Ereignisse nutzen, um einen Wandel im Agrarbereich einzuleiten.
Miersch, der umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist, setzt sich seit Jahren als Politiker und auch als Anwalt für eine bäuerliche Landwirtschaft ein.
Besonders der Patentierung von Pflanzen und Tieren hat Miersch den Kampf angesagt. „Wenige große Konzerne versuchen, die komplette Nahrungsmittelkette unter ihre Kontrolle zu bringen“, so Miersch. Diese Fehlentwicklung könne auch zu einem sozialen Problem werden, wenn dagegen nicht rechtzeitig etwas unternommen werde.
Mit Abgeordnetenkollegen anderer Fraktionen plant Miersch deshalb die Änderung des nationalen und europäischen Patentrechts.