Meterhoch schlagende „Gasbrände“ in Lehrte mit Pulver erstickt …

Bei einem Brand am Gasleck einer Städte-Versorgungsleitung macht wegen der großen Hitze bereits das Vorgehen in mehreren Zweierteams in Brandschutzanzügen Sinn – wie bei der Übung auf dem Lehrter Stadtwerkegelände am Lehrter Sülterberg vom heimischen THW demonstriert. (Foto: Walter Klinger)

Löschübung auf Stadtweke-Gelände fand sehr große Resonanz

LEHRTE (kl). Es hatte keinesfalls nur mit der Geselligkeit zu tun, dass Rainer Eberth, Geschäftsführer der Stadtwerke Lehrte, am vergangenen Freitag vor mehr als 100 interessierten Gäste auf dem Gasrohrbruch-Übungsgelände am Sülterberg vermerkte, es stünden genügend Getränke bereit: Bei den Versuchen, mit Feuerlöschern Gasbrände in drei verschiedenen Ausdehnungen zu löschen, kamen die TeilnehmerInnen nämlich stark ins Schwitzen.
Für die in der ganzen Region seltene Möglichkeit zur Übung am „offenen“ und mit einer meterlangen Zündpistole entflammten Gasrohr für Gasbrände zu üben, halten die Stadtwerke Lehrte drei zementierte Zündgruben bereit, in denen der Gasausstoss von einem Hausanschluss bis zur Groß-Versorgungsleitung für ganze Städte im Durchmesser von bis zu einem Meter simuliert werden – noch dazu unter verschiedenen Druckverhältnissen bis zum absoluten Maximum.
Die Lehrter Feuerwehren und die Ortsfeuerwehr aus Ilten (noch Versorgungsgebiet durch die Lehrter Stadtwerke) nutzten diese Übungsmöglichkeit erneut mit starker Beteiligung, aber auch das Technische Hilfswerk, fünf Tiefbaufirmen und erstmals auch Mitarbeiter der Stadtwerke Garbsen waren engagiert dabei.
Zwar fackelt Gas „zuverlässig“ am jeweiligen Auslass ab, aber in der Nähe von Gebäuden oder auch einer möglichen Menschengefährdung müssten die Rettungskräfte schon löschen.
Neben den eigenen der Feuerwehren standen dafür bei der Übung 50 große Pulverlöscher von der Firma Gloria bereit – und die brauchte es auch, denn ist der Hausanschluss noch gut allein zu löschen, braucht es bei den größten Versorgungsleitungen schon die Zusammenarbeit von bis zu drei Zweierteams, wobei die von den THW angelegten Brandschutzanzüge bei den meterhohen Flammen und an diesem Tag starken Winden schon Sinn machten. Ob kleine oder große Leitung: Die Kunst ist, den Flammen an der Bruchstelle von oben den „Atem“ zu nehmen und sie zu ersticken.
Wer diese Übung gesehen hat, wird zum Beispiel dies vermeiden: Als unerfahrener Bauherr am neuen Haus die vereiste Wasserleitungen auftauen zu wollen und diese mit der Gasleitung verwechseln … So etwas hat es in Lehrte zwar noch nicht gegeben, aber es ist gut zu wissen, dass die Retter und Firmenmitarbeiter aus dem Tiefbaubereich dafür in regelmäßigen Abständen üben.
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Foto: Walter Klinger