Mehr Komfort für Radfahrer

Markierte Routen liefert das Forum Radverkehr als Impuls für den Straßenumbau. (Foto: Forum Radverkehr)

Forum Radverkehr entwickelt Ideen

Lehrte (r/gg). Impulse für einen Straßenumbau liefert jetzt das „Forum Radverkehr“. Unter diesem Stichwort haben sich Ehrenamtliche zusammengeschlossen, die den Radverkehr in Lehrte attraktiver machen wollen. Für die Ortschaften Aligse, Kolshorn und Röddensen engagieren sich Armin Albat, Dirk Hense, Imbke Meyer-Frerichs, Veronika Schulte und Frank Seger. Für die Kernstadt Lehrte haben sich Tibor Anca, Michael Gruber, Dörte Kuhlmann, Martin Nielsen und Michael Schmand Gedanken gemacht, und für Steinwedel zeigen Glynis Bolt und Michael Schimanski Ideen auf.
„Radfahren in Lehrte muss so sicher werden, dass Eltern ihre zehnjährigen Kinder allein zu Schule, Sport oder Freunden fahren lassen. Das macht Elterntaxis überflüssig und Kinder selbständig. Auf solche sicheren Radwege trauen sich auch ältere Menschen, die momentan bestimmte Strecken aus Angst vor dicht überholenden Autos meiden“, so Veronika Schulte vom „Forum Radverkehr“.
Für die Kernstadt Lehrte wird ein weiter zu ergänzendes Basisnetz vorgeschlagen: Hauptrouten mit baulich getrennten Fahrradspuren neben der Autofahrbahn, weiterhin Fahrradstraßen mit Vorrang für den Radverkehr. Ergänzende Routen, auf denen viele Hindernisse für Radfahrende abgebaut werden sollen, sind ausgesucht. Das Netz umfasst die Nord-Süd-Achse an der B443, eine Fahrradstraße vom Schulzentrum in der Südstraße über die Feldstraße, Richtersdorf und Grünstraße bis zur Manskestraße, sowie die beiden Verkehrsadern Ahltener und Iltener Straße. Und natürlich den Radschnellweg im Bereich der Kernstadt.
Entlang der B443 werden die Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt: die Engstelle an der Ulmenallee, das unübersichtliche Kreuzungsknäuel Schützenstraße mit Stackmannstraße und Burgdorfer Straße, die Überquerung von der Grünstraße nach Richtersdorf, die Abzweigung der kleinen Poststraße oder die Überquerung an der Einmündung der Germaniastraße.
Bei den geforderten Fahrradstraßen sei es nicht damit getan, nur das entsprechende Schild aufzuhängen. Damit Fahrradstraße tatsächlich als solche wahrgenommen werden, müssen ergänzende Maßnahmen vorgenommen werden, wie beispielsweise die Schaffung von Aufstellflächen für Radfahrer vor Ampeln, ein Überholverbot für den Kraftverkehr, Tempo 20, das Freihalten von Sichtachsen - zum Teil auch durch Reduzierung von Parkplätzen - sowie Modalfilter, also Straßenkonstruktionen, die den Durchgang bestimmter Fahrzeugtypen einschränkt.
Um Prioritäten zu setzen, soll zunächst eine bauliche Überarbeitung der wichtigen Hauptachsen (rot) und der Fahrradstraßen (grün) erfolgen. Danach soll die strukturierte Überprüfung der ergänzenden Verbindungsstraßen (blau) erfolgen, bevor man sich weiteren Strecken zuwendet. Ein besonderes Augenmerk soll weiterhin auf die vom Forum Radverkehr erstellte Liste mit Gefahrstellen und Radwegschäden gelegt werden. Die Punkte sollen außerhalb des Verkehrsentwicklungsplans zügig abgearbeitet werden.
Insgesamt soll der begrenzte Raum fair unter den Verkehrsteilnehmern aufgeteilt sein, - egal, ob es sich um Autos, Fahrräder oder Fußgänger oder Linienbusse handelt. seien separate Radwege nötig. An der Manskestraße beispielsweise sollen die Schutzstreifen für den Radverkehr sogar entfernt werden. Stattdessen wären Fahrrad-Piktogramme in der Mitte der Fahrbahn ein Hinweis, dass Radverkehr hier willkommen ist. Auf der Hindenburgstraße in Ilten gibt es solches schon. Die sogenannten Schutzstreifen verleiten dazu, so die Meinunge des „Forums Radverkehr“, Radfahrer zu schnell und ohne Mindestabstand zu überholen. „Damit bewirken sie mitunter das Gegenteil dessen, was eigentlich beabsichtigt wird“, so die aktuelle Mitteilung..
„Für alle Radwege wünschen wir uns verbindliche Baustandards: keine Huckelstrecken, durchgängige Befahrbarkeit mit Tempo 30, keine abgesenkten Bordsteinkanten sondern ein höhengleicher Verlauf, keine zugestellten und zugewachsenen Sichtachsen, mindestens zwei Meter Fahrbahnbreite, Trennung von Rad- und Fußwegen“, so Armin Albat vom Forum Radverkehr. „Die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer sollen sich auf Augenhöhe begegnen. Dazu gehören die besondere Gestaltung von Engstellen für die schwächeren Verkehrsteilnehmer, Ampel- und Abbiegeregelungen, die niemanden benachteiligen, sowie eindeutige Vorfahrtsregelungen.
Die Vorschläge werden an die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik weitergegeben. So fließen sie in die weiteren Beratungen zum Verkehrsentwicklungsplan ein. Weitere Ideen können jederzeit per E-Mail an das Forum Radverkehr geschickt werden: kontakt@vep-lehrte.de.