Mehr Frauen in der Politik erwünscht

Am Rednerpult im Plenarsaal: Die Lehrter und Sehnder Landfrauen mit den SPD-Landtagsabgeordneten Silke Lesemann und Thordies Hanisch. (Foto: SPD Wahlkreisbüro)

Lehrter und Sehnder Landfrauen besuchten den Landtag

LEHRTE-SEHNDE (r/gg). Wo sitzen die Stenographen, wie oft werden sie abgelöst und darf man als Gast spontan eine Landtagssitzung besuchen? Diese und andere Fragen hatten die rund 30 Landfrauen aus Lehrte und Sehnde, die den Landtag in Hannover besucht haben. Eingeladen hatten sie die für Laatzen, Pattensen und Sehnde zuständige SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann und ihre Kollegin Thordies Hanisch, die für Lehrte, Burgdorf und Uetze zuständige SPD-Abgeordnete.
Silke Lesemann begrüßte die Gäste im lichtdurchfluteten Foyer des Landtags und informierte sie über die Geschichte des Gebäudes. Anschließend ging es in den vor rund eineinhalb Jahren eingeweihten neuen Plenarsaal. Silke Lesemann und Thordies Hanisch erläuterten die Sitzordnung und den politischen Betrieb des Landtags. Und, die Stenographen sitzen in der Mitte vor dem Rednerpult und werden etwa alle zwei Stunden ausgetauscht. Aber es wird auch zusätzlich noch eine Tonbandaufnahme gemacht.
Wie hoch der Frauenanteil unter den Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags ist, wollte eine andere Besucherin wissen. „100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschlands liegt der Frauenanteil im Niedersächsischen Landtag bei 26,3 Prozent. Das ist der drittniedrigste Wert verglichen mit allen Bundes“, sagte Silke Lesemann. „Wir müssen die Möglichkeiten und Voraussetzungen schaffen, dass Frauen in die Parlamente gehen.“
Nach weiteren Fragen wurden die Besucherinnen an einen besonderen Ort im Landtag geführt: dem kleinen „Raum der Stille“, der auch Gebetsraum ist. „Egal ob man religiös ist oder nicht - hier kann man für sich sein und in sich gehen“, sagte Silke Lesemann.
Die Besucherinnen zeigten sich besonders beeindruckt vom hellen neuen Plenarsaal. Für die Landfrauen sei der Kontakt zur Politik sehr wichtig. „Wir vertreten alle Frauen, die auf dem Land leben, und ihre Interessen. Wichtige Themen für uns sind derzeit unter anderem die Nahversorgung und gesunde Ernährung“, erklärte Pressewartin Anke Claus. Gesunde Ernährung bedeute die Vermittlung von Alltagskompetenz bereits in der KiTA und Schule. „Hier haben wir diverse Projekte laufen - wir bemühen uns, ein umfangreiches Bildungsangebot für Frauen auf dem Land auf die Beine zu stellen“, so Anke Claus. „Ferner fördern wir das kulturelle Leben auf dem Land. Und Inklusion von Jung und Alt, ob mit oder ohne gesundheitliche Einschränkungen wird von Landfrauen gelebt, daher hat uns im Landtag insbesondere das gut durchdachte Konzept für Menschen mit Behinderung beeindruckt.“ Bereits im Vorfeld sei der Besuch des Landtags auf große Resonanz bei den Landfrauen gestoßen. „Wir hatten mehr Interessierte als Plätze“, sagte Anke Claus.