Luftreiniger sollen sich bewähren

Bei der Präsentation des neuen Luftfilters an der Grundschule (von links): Michael Clement, Thordies Hanisch, Bernd Opitz, Björn Försterling und Fabian Fischer. (Foto: Fellowes)

Test in der Heinrich Bokemeyer Grundschule

Immensen (r/gg). Um die Aerosol- und Partikelbelastung für Schüler und Lehrer zu reduzieren, verwendet die Heinrich Bokemeyer Grundschule seit Anfang März als eine der ersten Schulen in der Region Hannover professionelle Luftreiniger der Firma Fellowes.
Um die Wirksamkeit der Geräte nachzuweisen, sollen die Luftfilter vom Gutachterbüro Wesselmann Gebäudetechnik getestet werden. Diplom-Chemiker Martin Wesselmann, der auch Mitglied im VDI Normungsausschuss für Schadstoffmessungen sowie Mitglied der Kommission für Innenraumhygiene des Umweltbundesamts (IRK) ist, führt die Partikelmessungen vor Ort durch, um die Wirkung in realer Umgebung mit normaler Aerosolbelastung nachzuweisen. Die Luftreiniger wurden in verschiedenen Klassenzimmern, einem Lehrerzimmer und dem Sekretariat in Betrieb genommen. Da die Anzahl der Kinder in der Klasse halbiert ist, können die Tests bedenkenlos mit ausreichend Abstand durchgeführt werden.
Bernd Opitz von Fellowes informierte die Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch (SPD) und Björn Försterling (FDP) gemeinsam mit Michael Clement (SPD) und Fabian Fischer (FDP) über den aktuellen Stand des Projekts und wie professionelle Luftreiniger das Infektionsrisiko reduzieren.
„Die meisten Daten zu Luftfilteranlagen sind unter Laborbedingungen entstanden, deswegen freut es mich, dass nun in der Grundschule Immensen geprüft werden soll, wie sich die Virenlast in der Praxis durch Luftreiniger senken lassen kann“, so Thordies Hanisch.
Denn trotz Einhaltung der Hygieneregeln lässt sich das Risiko einer Infektion über die Luft nicht ausschließen, da sich das Virus primär über Aerosole, die durch die Luft transportiert werden, verbreitet. Regelmäßiges Lüften gilt daher in Schulen aktuell als wichtigste Maßnahme. Experten sind sich mittlerweile einig, dass professionelle Luftreiniger zu einer effektiven Minderung der Partikel- und Aerosolbelastung beitragen. Dies wurde bei den ausgewählten Luftreiniger Modellen AeraMax Professional von Fellowes bereits in vorherigen Praxistests bestätigt. Bei einer ebenfalls von Martin Wesselmann durchgeführten Partikelmessung in einem Seniorenheim und einen Kindergarten hat sich schon nach fünf Minuten die Partikelbelastung halbiert. Nach 30 Minuten wurden 80 bis 90 Prozent der Luftschadstoffe aus der Luft entfernt. Die Messungen sind auch anwendbar auf Corona-Viren, da deren Größe den aus der Luft entfernten Partikelgrößen entsprechen. Allerdings sollten die Luftreiniger möglichst ergänzend zum Lüften eingesetzt werden und dieses nicht ersetzen.
Die Geräte verfügen über einen zertifizierten "True HEPA Filter", der bis zu 99,97 Prozent der luftübertragenen Schadstoffe aus der Luft entfernt. Die Angabe für die Filterleistung bezieht sich wie bei allen Herstellern allein auf den Filter und dessen Durchlassgrad in einer Testkammer. Um die gewünschte Reinigungsleistung und die empfohlene Mindestanzahl von drei bis fünf Luftwechseln pro Stunde (zusätzlich zum Querlüften oder einer bestehenden Klimaanlage) sicherzustellen, müssen alle Komponenten eines Luftreinigers optimal aufeinander abgestimmt sein. In einem Vier-Stufen Filterprozess wird die Luft neben Viren und Bakterien auch von Gerüchen, VOCs (flüchtigen organischen Verbindungen, wie beispielsweise Gase die nach Renovierungsarbeiten entstehen), Umweltverschmutzungen und Pollen gereinigt. So sollen die Geräte auch außerhalb der Wintersaison für saubere und schadstofffreie Luft sorgen. Die Geräte sind mobil einsetzbar, leise, sicher und praktisch wartungsfrei. Lediglich die Filter müssen alle sechs bis zwölf Monate ausgetauscht werden.
Ein Gerät kostet je nach Raumgröße zwischen 1.390 und 1.950 Euro.