Lüftung für Orgel in St. Petri

Karl Klenke vor der Ostwand der St. Petri Kirche, an der ein Luftschacht entstehen soll. (Foto: Armin Albat)

Technik soll Schimmelbildung verhindern

STEINWEDEL (r/gg). Die Sanierung der St. Petri Kirche beginnt: In den nächsten Tagen werden in der Kirche Wände aufgebohrt, um eine Lüftungsanlage einzubauen. Diese Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der Orgelsanierung mit Schimmelentfernung im Herbst.
Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit soll die neue Lüftung hinter dem Altar Außenluft in die Kirche saugen. Gleichzeitig wird aus dem Bereich der Orgel Innenluft in den baulich getrennten Kirchturm befördert. Eine inzwischen zugemauerte alte Verbindungstür erleichtert hier die Bohrung. Während der Gottesdienste bleibt die Automatik jedoch ausgeschaltet, damit keine Motorgeräusche stören.
Schimmelbildung in Orgeln ist ein Problem, das sehr viele Kirchenorgeln betrifft. Karl Klenke vom Kirchenvorstand erklärt: „Durch den Klimawandel hat sich auch die Luftfeuchtigkeit erhöht. Außerdem sind auch Kirchenräume heute besser isoliert. Daher entfällt die natürliche Lüftung durch undichte Fenster und Türen. Allerdings hat ein Gutachten festgestellt, dass der Schimmel zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefährdung für die Kirchenbesucher und die Organisten darstellt.“
Die Maßnahme in der St.-Petri-Kirche wurde mit zahlreichen Ämtern und Experten abgestimmt. Viele Geldgeber sind daran beteiligt. Da die Kirche unter Denkmalschutz steht, führt das landeskirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege die Bauaufsicht. Auch das Landeskirchenamt, das Kirchenkreisamt, Ingenieurbüros, Lüftungsbauer, Orgelbauer und Orgelsachverständige sind beteiligt. Die Koordination liegt in der Verantwortung der Kirchengemeinde.
Der finanzielle Aufwand ist mit etwa 110.000 Euro nicht unerheblich. Die Gemeinde sammelt daher schon seit 2016 Spenden. Karl Klenke: „Die Geduld der Gemeindeglieder wurde auf eine harte Probe gestellt. Im Jahr 2019 sind wir jedoch finanziell belohnt worden: Die hannoversche Landeskirche hat Sondermittel zur Verbesserung des Raumklimas in Kirchen bereitgestellt. Die St.-Petri-Gemeinde muss daher nur 30.000 Euro aus eigenen Mitteln tragen. Mehr als die Hälfte davon haben wir Spenden zu verdanken, die auch vom Bauverein der Kirchengemeinde gesammelt wurden. Dafür möchte der Kirchenvorstand allen Spendern herzlich danken.“
Wenn die Corona-Lage dies zulässt, soll die überarbeitete Orgel am Reformationstag mit einem großen Orgelkonzert wiedererklingen. Die Kirchengemeinde will laufend über den Baufortschritt in kurzen Videos auf ihrer Internetseite berichten. Das erste Video ist bereits online und gibt einen Überblick zum Gesamtprojekt: http://www.sankt-petri-steinwedel.de. Das zweite Video folgt kurzfristig - so der Bericht von Susanne Schmitz und Karl Klenke.