Liederweltreise in der Markuskirche Lehrte begeistert alle Altersgruppen

Dem bekannten Kirchenlieder-Autor Fritz Baltruweit, unterstützt von der Harfenistin Konstanze Kuß, fiel es nicht schwer, sein Lehrter Publikum zum Mitsingen der Lieder aus aller Welt zu bewegen. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Brhane Tekizgni und Girmai Berhe aus Eritrea waren zusammen mit dem elfjährigen Noel aus Burgdorf nach Lehrte gekommen, um sich die Ausstellung „Gesichter des Christentums“ anzusehen, in der auch das Porträt einer ehemalige Kindersoldatin aus ihrem Heimatland zu sehen ist. (Foto: Susanna Veenhuis)
Lehrte: Markuskirche |

Ein Beitrag von Susanna Veenhuis - Mit Harfe und Gitarre auf der Kirchenbank einmal um die Welt . . .

LEHRTE (sv). An die 70 Besucher bevölkerten die Bänke in der Markuskirche, als der bekannte Kirchenliedermacher Fritz Baltruweit und die Harfenistin Konstanze Kuß zur „Liederweltreise“ in das Gotteshaus eingeladen hatten. Diese musikalische Weltreise zum Mitmachen war Bestandteil der Ausstellung „Gesichter des Christentums“, die noch bis zum 26. November in der Markuskirche zu sehen ist.
Das Konzert zum Mitsingen kam gut an. Baltruweit, von Pastorin Rita Klindworth als „Reiseleiter“ vorgestellt, geleitete mit Gitarre und Gesang die Teilnehmer über Frankreich nach Finnland, Irland und Island, Israel, Palästina, Pakistan, Australien, Brasilien und Jamaika wieder heim nach Deutschland.
Das am Eingang überreichte Liederbüchlein wies die darin aufgeführten Lieder über die Liebe, den Glauben und die Bitten an Gott und Jesus Christus neben Deutsch auch in Englisch aus. Auch französische und finnische, hebräische und arabische, spanische und portugiesische, gälische und südafrikanische Liedzeilen fanden sich darin.
Beim pakistanischen Lied „Herr, erbarme Dich unser“ versuchte es die Gesangsgemeinde sogar mutig in der pakistanischen Landessprache Urdu – mit großem Erfolg dank des unermüdlichen Vorsängers Baltruweit.
Wer je gezweifelt hatte, dass eine Wandergitarre und eine Harfe miteinander harmonieren, wurde in diesem Konzert eines Besseren belehrt. Denn die von Konstanze Kuß gezupften Harfentöne legten sich perlend um die Gitarrenakkorde Baltruweits und ergänzten diese zart, doch bestimmt.
Bei der Danklitanei vom Berg Athos, die Baltruweit in Form eines orthodoxen Mönchgesangs darbot und die die Besucher mit einem durchgehenden Ton, dem so genannten Bordun, begleiteten, spielte Kuß die Harfe als Soloinstrument. Aber auch mit Flöte und Trommel begleitete die junge Musikerin Baltruweits exotische Sangesausflüge.
Leider habe er kein Lied aus Eritrea im Portfolio, sagte der Sänger mit Bedauern zu Brhane Tekizgni und Girmai Berhe. Die beiden jungen Männer, 23 und 29, aus Asmara in Eritrea waren zusammen mit ihrer Deutschlehrerin Heidelore Pedde aus Burgdorf nach Lehrte gekommen, um sich auch die Ausstellung anzusehen. Mit dabei war auch der elfjährige Noel von der Elfenbeinküste. Aber trotzdem machten sie alle bei den für sie fremden Gesängen mit.
„Wir sind wegen des Singens hier und um neue Lieder zu lernen“, sagte Kevin Schiborr. Ihm und Jens Schmugge ist Baltruweit schon länger als Komponist moderner Kirchenlieder bekannt.
Am besten gefiel den beiden jungen Männern das Lied, das auch Pastorin Klindworth zum Abschied als Gebot der Stunde bezeichnet und das bei der Weltkonvokation für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung 2011 in Jamaica als echter Hit eingeschlagen hatte: „Und wir werden so lang aufstehn, bis das Brot für alle reicht“.
Die Ausstellung ist noch bis zum 26. November freitags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr und sonntags zwischen 11.00 und 13.00 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei. Besonders Schulkassen sind willkommen. Passend zum Thema wird dort am Freitag, 20. November, ab 19.00 Uhr der Film „Monsieur Claude und seine Töchter“ gezeigt. Am Donnerstag, 26. November, laden Phenyo Lawrence Matloke, Chorleiter aus Südafrika, und Iveta Weide zusammen mit Musikern der Markusgemeinde zu einem Abschluss-Abend ein.