Leiter der Hauptschule Lehrte nach 40 Berufsjahren feierlich in den Ruhestand entlassen

Über einen lustigen musikalischen Beitrag seines nun ehemaligen Lehrerkollegiums musste der jetzt in den Ruhestand entlassene Schulleiter Walter Schachschal (2. v. r.) bei seiner Abschiedsfeier im Forum der Hauptschule Lehrte Süd herzlich lachen. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)
 
Der schulfachliche Referent Thomas Fitzner (re.) der Niedersächsischen Landesschulbehörde überreichte Walter Schachschal (li.) seine Entlassungsurkunde und eine weitere zum 40-jährigen Dienstjubiläum und gab zuvor einen Rückblick auf das, wie Fitzner betonte,„lange und erfüllte Berufsleben“ des scheidenden Hauptschulleiters. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)

Vertreter von Stadt Lehrte und Land würdigten Walter Schachschal

LEHRTE (dik). Abschied nicht nur von ihren AbgängerInnen, sondern auch von ihrem Schulleiter Walter Schachschal nahm in den letzten Tagen vor den Ferien die Hauptschule Lehrte Süd. Nach insgesamt 40 Jahren Dienstzeit, davon 15 Jahre als Schulleiter, wurde Schachschal im Forum der Schule an der Südstraße im Beisein von etwa 200 Gästen feierlich in den Ruhestand entlassen.
Lehrtes Verwaltungschef Uwe Bee dankte Walter Schachschal im Namen der Stadt Lehrte herzlich für dessen Wirken an der Hauptschule Süd. Er lobte die gelungenen Projekte, die der langjährige Schulleiter ins Leben gerufen hatte. Darunter, in Kooperation mit weiteren Schulen und der Stadt Lehrte, die Projekte „Zwangsarbeiter“ und „Pro Beruf“. „Walter Schachschal hat die Schule würdig und angemessen vertreten“, so Uwe Bee.
„In unserem Alter ist die Personalakte ziemlich dick“, begann Thomas Fitzner der Niedersächsischen Landesschulbehörde und gab einen Rückblick auf das, wie Fitzner betonte, „lange und erfülltes Berufsleben“. Nach seinem Studium am an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen habe Schachschal – noch zu Zeiten, als die Grund- und Hauptschule sich unter einem Dach befanden – als Lehrer in Lehrte gearbeitet. Nachdem kurzfristig zur Debatte stand, dass Walter Schachschal an einer Schule in Hannover unterrichtet, habe er eine Stelle als Hauptschulleiter bekommen.
„In 15 Jahren“, so Fitzner, „hat Walter Schachschal sich den Herausforderungen mit einem großen Maß an Verantwortung gestellt.“ Dabei habe er einen „Fulltime“-Job gehabt bei dem der Unterricht die „Beigabe“ gewesen sei, denn die Anforderungen an die Schulleitung seien mit den Jahren gewachsen und neben dem Unterricht habe auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und der Stadt Lehrte viel Zeit gefordert. Dafür habe auch seine Familie Verständnis aufbringen müssen, insbesondere wenn der Schulleiter häufig Abendtermine habe wahrnehmen müssen. „Das alles ist nicht einfach“, so Fitzner, der ihm anschließend seine Entlassungsurkunde sowie eine weitere Urkunde zum 40-jährigen Dienstjubiläum überreichte.
„Du wirst noch eine ganze Weile in deinem Ruhestand nicht anders können als immer wieder an die Schule zu denken“, gab Ilse Beuke, stellvertretend für die Lehrter SchulleiterInnen, ihrem jetzt ehemaligen Kollegen mit auf den Weg, „Du wirst Dich fragen: Was macht dieser oder jener Schüler, funktioniert der Ganztagsbetrieb? Doch dann wirst Du bald auch Deinen Hobbys nachgehen und vielleicht einen Tanzkurs machen“, malte ihm Ilse Beuke die schulfreie Zeit aus. Amüsiert lachten die Gäste als Walter Schachschal scherzte: „Noch einen Tanzkurs vertrage ich nicht.“
Der stellvertretende Schulleiter und Schachschals Nachfolger, Burkhard Kappe, erinnerte an die damalige Notwendigkeit beim Zusammenwachsen der beiden Lehrter Hauptschulen, einen Schulleiter zu finden, der dieser „Herkulesaufgabe“ gewachsen war und der vorgesetzten Diensstelle als Bewerber gefiel.
„Dabei hatte sich, bei der Vielzahl der vorangegangenen Planungstreffen der KollegInnen von beiden Hauptschulen ein Bewerber herauskristallisiert, der nicht nur fähig, sondern auch Willens war und den Respekt der KollegInnen hatte. Walter Du warst unser Wunschkandidat,“ erinnerte Burkhard Kappe an die Ereignisse, die dazu führten, dass Walter Schachschal Leiter der Hauptschule wurde. „Es wäre eine andere Hauptschule geworden, wenn sich die Bezirksregierung mit ihrem Kandidaten durchgesetzt hätte. Unter Deiner Federführung und mithilfe engagierter KollegInnen haben wir es gemeinsam geschafft, unserer Schule Profil zu geben,“ freute sich der stellvertretende Schulleiter. Er bescheinigte Walter Schachschal zudem eine Vielzahl an persönlichen Qualitäten und Eigenschaften. So unter anderem eine natürliche Autorität, profunde Menschenkenntnis, eine bewundernswerte Fähigkeit zur Empathie gepaart mit einer „Schafsgeduld“- wohlüberlegt und durchdachte Entscheidungen und gefestigte Überzeugungen, ohne boriert zu sein. „Du bist in der Lage, über den Tellerrand zu schauen und Menschen mit Fähigkeiten Raum zu geben. Als Kollege warst du uns stets ein sicherer Rückhalt, und zwar nicht nur in dienstlichen Belangen sondern auch, wenn es mal private Sorgen gab“, bekräftigte Walter Schachschals Stellvertreter. Ein weiteres dickes Lob gab es von diesem für den großen persönlichen Einsatz mit dem sich Walter Schachschal um die der Schule anvertrauten, so Becker, „verhaltensoriginellen“ Jugendlichen kümmerte. Dann erinnerte Burkhard Kappe an ein Zitat aus dem Hollywoodfilm Forest Gump: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie, was man bekommt. Deine Bestimmung war es, unser Schulleiter zu sein“, wandte sich Burkhard Kappe zum Abschluss seiner Rede noch einmal an den künftigen Ruheständler.
Mit der Entlassungsfeier am gleichen Ort und dem Abschlussball im Bürgerschützenheim waren zuvor die AbgängerInnen der Hauptschule entlassen worden. Aus den 9. Klassen wechseln viele Schüler in die 10. Klassen. Aus dem 10. Jahrgang konnten mehr als die Hälfte der SchülerInnen in ein
Ausbildungsverhältnis entlassen weden. Die anderen besuchen eine berufsbildende Schule.
Aus dem 9. Schuljahrgang sind entlassen: Maximilian Hilbig, Marc Polep, Marcel Rebbe, Sedat Savgat, Nadine Hulitschke, Jessica Nolle, Yasemin Safak, Melanie Seibel, Seray Selcuk, Stefanie Weise, Daniela Solinas, Phil Paris, Sarah Köhn, Suna Alp und Marie Sophie Akyol.
Aus dem 10. Schuljahrgang sind entlassen (mit Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss):
Ayfer Karamanc, Renata Kähm, Fidan Gören, René Rynko, Amira Haido, Steven Krüger, Besjan Merovci, Özer Acik, Ridvan Alp, Dan Merlin Bolten, Burak Bulut, Kevin Dejanovic, Domenic Lange, Nico Puschmann, Onur Sabahat, Thomas Schneider, Bisar Tarak, Jan Timm, Narin Bakir Mahmud, Lisa Görtzen, Franziska Langhorst, Kimberly Martens, Rezarta Rahova, Jacqueline Reichert, Fatima Sakirovska, Niklas Petczelis, Betül Koc, Beatrice Stimpfig, Sezai Alp, Rafi Daban, Elif Kuvat, Sara Toualbi, Stephanie Seiffert, Jessica Seger, Pia Denise Schumacher, Diba Khoshdel, Kimberly Fricke, Michael Tauschke, Patrick Tameling, Tobias Reupke, Pascal Nawroth, Patrick Ahura Khajehali, Maik Kalkbrenner, Hakan Birsen und Juliane Teschmit.