Leipzig soll für Recken kein Spielverderber sein

Kai Häfner wird zu MT Melsungen wechseln, will aber mit seinem Team am Dienstag im letzten Heimspiel der Saison noch einmal einen Sieg feiern. (Foto: Holger Staab)
 
Torwart Martin Ziemer verlässt die Recken zum Saisonende und wird in der nächsten Spielzeit bei den Füchsen Berlin zum Einsatz kommen. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf verabschiedet langjährige Stammspieler

BURGDORF (st). Das wird ein emotionaler Spieltag für die TSV Hannover-Burgdorf. Im letzten Heimspiel trifft die Mannschaft um Trainer Carlos Ortega am Dienstag, 28. Mai, ab 19 Uhr nicht nur auf den SC DHfK Leipzig, sondern wird auch altgediente Stammspieler verabschieden. Sportlich wird die Partie nochmal eine Herausforderung, denn die TSV will ihren Fans einen Erfolg bieten und dann mit Selbstvertrauen auf das letzte Punktspiel am 9. Juni beim THW Kiel blicken.
Bis dahin ist aber noch ein wenig Zeit, zunächst steht am 33. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga in der TUI-Arena in Hannover das Heimspiel gegen Leipzig auf dem Programm. Gegen Leipzig soll eine Revanche für die bittere 26:31-Hinspielniederlage gelingen. Ende November 2019 waren die Recken in einem Tief und kassierten sieben Pleiten in Serie, davon auch die Niederlage in Leipzig zu einem Zeitpunkt, als der Gastgeber erst sieben Pluspunkte auf dem Konto hatte.
Das war keine gute Vorstellung von Ilija Brozovic und seinen Mitspielern und soll sich am Dienstag ändern. Das Ortega-Team will sich von seinen Fans mit Anstand und einem guten Ergebnis verabschieden. Das kann nur ein Erfolg sein. Bisher verliefen die letzten Wochen nicht gerade verheißungsvoll, obwohl die Saisonziele mit dem Erreichen des Final Four im DHB-Pokal und dem Viertelfinale im EHF-Cup geschafft wurden. In der Punktrunde waren aber zu viele Schwachpunkte zu spüren und im EHF-Cup enttäuschten die Recken mehrfach, so auch im Viertelfinale gegen die Füchse Berlin in eigener Halle.
Die jetzt erreichte Platzierung wird kaum noch verbessert werden können, denn im letzten Spiel beim THW Kiel dürfte ein Erfolg nur schwer zu realisieren sein. Wenn dann eine Platzierung im unteren Tabellendrittel herausspringt ist das nicht der Platz, den Hannover-Burgdorf für sich erwartet hat. Ein Rang im einstelligen Bereich hätte es schon sein sollen. Dazu waren die Leistungen aber zu schwankend.
Gegen Leipzig wollen Timo Kastening und Co nochmal alles aus sich herausholen und hoffen gleichzeitig auf die Unterstützung der Zuschauer, die über die gesamte Saison wie ein achter Mann hinter den Recken standen. An den tollen Fans hat es sicher nicht gelegen, dass die Mannschaft die enttäuschende Platzierung belegt. Mit einem doppelten Punktgewinn kann etwas an Anerkennung zurückgeholt werden. Das werden die Recken aber nur schaffen, wenn die Abwehr wie ein Bollwerk steht und das über die gesamten 60 Minuten. Spieler wie Philipp Weber, Niclas Pieczkowski und der ehemalige Burgdorfer Aivis Jurdzs dürfen nicht ohne Störung werfen und leichte Treffer erzielen. Zuletzt konnte Außenspieler Patrick Wiesmach gute Leistungen bringen. Der 29-jährige Däne muss früh gestört und daran gehindert werden, schnelle Gegenstöße zu laufen.
Am besten gelingt das mit konzentriertem Spielaufbau und mit dem Verwerten von guten Tormöglichkeiten. Dazu muss Torwart Milos Putera überwunden werden. Alles Dinge, die die TSVer beherrschen und an guten Tagen wie selbstverständlich klappen. Am Dienstag soll so ein guter Tag sein.
Nach dem Spiel werden mit Kai Häfner, Lars Lehnhoff, Torge Johannsen und Martin Ziemer vier langjährige Stammspieler verabschiedet. Da wird es auf den Rängen und auf dem Spielfeld emotionale Szenen geben, denn die Spieler sind vielen Fans ans Herz gewachsen und müssen jetzt teilweise dem Umbruch und der Verjüngung im Team weichen. Häfner allerdings verlässt die Recken in Richtung MT Melsungen und erhält dort einen höher dotierten Vertrag.